Nicht vor dem 10. Mai

Gottesdienste im Kirchenkreis werden vorsichtig wieder aufgenommen

Luftbilder draufgeschaut von obenEschwege
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Die Neustädter Kirche in Eschwege.

Vor dem 10. Mai kann es im Kirchenkreis Werra-Meißner mit Gottesdiensten noch nicht losgehen. „Es geht um einen vorsichtigen Einstieg“, betont Dekanin Ulrike Laakmann.

Die hessische Landesregierung erlaubt es Glaubensgemeinschaften, sich ab dem 1. Mai wieder zu versammeln. Deshalb prüfen die Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck derzeit, wie sie die Feier von Gottesdiensten in ihren Kirchenräumen unter den gegebenen Corona-Bedingungen ermöglichen können.  „Nächstenliebe heißt für uns, immer noch physischen Abstand zu halten.“

Ulrike Laakmann, die Dekanin des Kirchenkreis Werra-Meißner.

Zuerst sind die Kirchenvorstände in den Kooperationsräumen dazu aufgerufen, sich zu überlegen, wie die Wiederaufnahme der Gottesdienste gestaltet werden kann. Klar ist, bestmöglicher Infektionsschutz soll im Vordergrund stehen. Das heißt, es wird eine Höchstzahl von Teilnehmern am Gottesdienst geben, Abstandsregeln von 1,5 Metern müssen eingehalten werden, Desinfektionsmittel muss zur Verfügung stehen. Es gibt eine Maskenpflicht (Mund-Nasen-Schutz) für alle Teilnehmer. Und gegebenenfalls wird der Ablauf der Gottesdienste verkürzt.

Kein Gesang in den Kirchen

„Auf den Gemeindegesang müssen wir leider verzichten“, sagt Ulrike Laakmann ausdrücklich. „Gerade beim Gesang besteht ein hohes Übertragungsrisiko.“ Stattdessen prüfen die Kirchenvorstände Alternativen, etwa Sologesang unter gewissen Voraussetzungen. Auch solche Fragen müssen geklärt werden: Welche Kirchengebäude eignen sich überhaupt für die Bedingungen, auf welchen Wegen leitet man die Gläubigen ins Gebäude und hinaus? Kann man Gottesdienste nach draußen übertragen, um die Gottesdienstgemeinde aufzuteilen? An Himmelfahrt und Pfingsten könnten die Gottesdienste mit den gültigen Schutzmaßnahmen im Freien gefeiert werden.

Alle Überlegungen, die jetzt in den Kooperationsräumen stattfinden, werden auf der Ebene des Kirchenkreises und mit den Vorgaben des Landkreises abgestimmt. Und Kirche bleibt weiterhin auf neuen Wegen unterwegs: „Nicht vergessen werden wir die Formate, die wir in den vergangenen Wochen erfolgreich genutzt haben, etwa über Radio, Video oder am Telefon“, sagte Ulrike Laakmann. „Sie haben gut funktioniert. Wir wollen sie weiterhin nutzen, denn es gibt auch Menschen, die sich derzeit noch nicht wieder versammeln möchten.“

So geht es mit den Konfirmationen im Kirchenkreis Werra-Meißner weiter

Weitere Planungen beziehen sich auf die Konfirmationen. Können sie im Herbst stattfinden? Oder die Jugendarbeit. Sommerfreizeiten können leider nicht stattfinden, welche Alternativen gibt es? Die Kindergärten. Wie wird eine erweiterte Notgruppen-Betreuung in den evangelischen Tagesstätten organisiert? Das Kirchenkreismusikfest, das für Juni in Witzenhausen geplant war, muss ins kommende Jahr verschoben werden. „Wir richten uns auf einen neuen Alltag ein, der wahrscheinlich bis Weihnachten oder sogar länger dauert“, sagt Ulrike Laakmann. „Jetzt müssen wir auf die Marathon-Strecke einbiegen. Es ist ein stetes Lernen, und wir glauben, mit Gottes Hilfe wird es uns gut gelingen.“

So sieht es die katholische Kirche

Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber begrüßt die in Aussicht gestellten Lockerungen für das Bistum. „Für viele Gläubige war es eine sehr schmerzvolle Erfahrung, über Wochen und besonders über die Ostertage nicht an Gottesdiensten in Kirchen teilnehmen zu können.“

Gleichwohl sei die künftige Regelung, insbesondere die notwendige zahlenmäßige Begrenzung der Mitfeiernden, mit neuen Herausforderungen verbunden. Gerade die Verantwortlichen vor Ort würden bei der Umsetzung mit vielen Fragestellungen konfrontiert werden.

Umsetzung nicht vor dem 4. Mai

Es müsse jetzt ein Schutzkonzept entwickelt werden, dass für die jeweilige Situation vor Ort adaptiert werden kann. Daher hat der Bischof eine Arbeitsgruppe mit der Erstellung genauer Regelungen für die Öffnung der Gemeindegottesdienste beauftragt. Angesichts der knappen Zeit auch wegen des Maifeiertages und der aufwendigen Vorbereitung ist eine Umsetzung vor Montag, 4. Mai, nicht realisierbar. Das Streamingangebot der Sonntagsmesse mit dem Bischof aus der Michaelskirche werde vorerst weitergeführt.

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