Grafiker Hans-Michael Kreißler erschafft eigene Comic-Figur

"Carlos Corona" karikiert die Krise

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Carlos Corona

Eine ganz eigene Art mit der Coronakrise umzugehen hat der Eschweger Grafikdesigner Hans-Michael Kreißler während der vergangenen Monate entwickelt.

Er hat die Ereignisse seit März dokumentiert – und zwar als Cartoons. Dazu hat er die Figur Carlos Corona erschaffen.

„Das ist meine ganz persönliche Art, die Geschehnisse der vergangenen Monate zu verarbeiten“, sagt Kreißler im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Zeit der Krise sei auch die Zeit von Ernsthaftigkeit, Vorsicht, Vorsorge und Verantwortung. „Aber deshalb dürfen die Lebensfreude, der Spaß und der Humor nicht untergehen.“

Der Inhaber einer Werbeagentur hat im Laufe seines Lebens schon zahlreiche Comicfiguren entwickelt. Eines haben dabei alle gemeinsam: Ihre Namen sind Alliterationen, Vor- und Nachname haben den gleichen Anfangsbuchstaben. So ist auch die Idee zu Carlos Corona entstanden. Die Figur soll die Tücken des Coronaalltags widerspiegeln. „Alles was wir so von Corona kennen und täglich in den Medien gezeigt bekommen, wird hier ein bisschen auf die Schippe genommen.“ Gleichzeitig ist es eine chronologische Dokumentation der Ereignisse in dieser bislang einmaligen Situation in Deutschland und im Werratal. Carlos Corona hortet Klopapier, bunkert die neue Ravioli-Sorte Coro, warnt davor, prophylaktisch Chemikalien in sich zu schütten, wie es in den USA passiert ist, bastelt sich aus seiner Schlafanzughose einen Mundschutz und ist erfinderisch, wenn es darum geht, zusammen mit seiner Ehefrau im Supermarkt einkaufen zu gehen und hat auch schon eine Idee, was man trägt, wenn die Schwimmbäder wieder öffnen.

Carlos Corona

Kreißlers Figur ist ein bisschen einfältig („Das sieht man an der Mundstellung“), nicht aber ohne eine gewisse Bauernschläue und einer kleinen Prise Bissigkeit. „Carlos Corona ist als Karikatur durchaus sozialkritisch angelegt“, sagt Kreißler, der gerade auch die aktuelle Johannisfestplakette umgesetzt hat. Carlos Corona sei seine Methode, die Krise zu verarbeiten. Gezeichnet hat der Grafiker wie alle seine Figuren per Hand. Dann wurde sie eingescannt und am Rechner farblich aufgearbeitet. Auch wenn sich die Corona-Pandemie durch die Lockerung der Maßnahmen abzuschwächen scheint, wird es in Zukunft weitere Bilder von Carlos Corona geben. „Die Ideen gehen mir noch lange nicht aus“, sagt Kreißler.

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