Unterwegs im Green Camp: Stille ist das neue laut

Nutzen das Green Camp: (von links) Anna-Lena, Janica, Johanna und Katharina aus Mühlhausen. Foto: Sachs

Fünf Tage lang Party ohne Pause? Auch auf dem Open Flair gibt es seit vergangenem Jahr einen integrierten, aber dennoch abgetrennten Bereich auf dem Campingplatz, auf dem man nachts schlafen und tagsüber wieder voll mitfeiern kann: Das Green Camp ist die grüne Alternative zum normalen Festivalcamping und erfreut sich stetig zunehmender Beliebtheit.

„Die Besucher des Festivals sind nicht alle durchgeknallte Partylöwen, die pausenlos feiern wollen“, weiß der Leiter des Campingplatzgeländes Reiner Klippert. Und auch das Umweltbewusstsein nehme bei der Jugend von heute merkbar zu. Der Wunsch, trotz ausgelassener Festivalstimmung Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen, sei ein Trend, der in der Möglichkeit des „grünen Campings“ einen Platz findet. „Zudem ist es durch bewusste Müllvermeidung und Mülltrennung viel sauberer als auf dem normalen Campinggelände“, zählt Klippert nur einen der vielen Vorteile auf. Nachts sei es merklich ruhiger, da auf Aggregate verzichtet wird und keine lauten Anlagen auf dem Gelände gestattet werden. Und auch Autos und Wohnmöbel müssen hier draußen bleiben.

Wir haben uns auf Empfehlungen von Freunden hin für das Green Camp entschieden“, berichten die Freundinnen Anna-Lena, Janica, Johanna und Katharina aus Mühlhausen. „Nachts kann man wesentlich ruhiger schlafen, es ist entspannter, ein wenig abseits vom ganz großen Chaos und auch der Umwelt tut man durch diese Campingalternative was Gutes“, erklären die vier ihre Entscheidung für das grüne Camp.

Und auch eine ökologische Alternative für die von Festivalbesuchern oft nur mit Überwindung genutzten Sanitäranlagen hat das Campinggelände seit vergangenem Jahr zu bieten. Unter dem Motto „Das erste Festivalklo, das Spaß macht“ wurde das Projekt Goldeimer ins Leben gerufen. 20 immer saubere, geruchsneutrale und hundert Prozent ökologische Komposttoiletten, ausgestattet mit Licht, Musik und Zeitschriften, sind eine echte Alternative zu den Chemietoiletten. Und sie verschwenden kein Wasser. Statt zirka neun Liter Trinkwasser bei einer Toilettenspülung zu verbrauchen oder sich in stinkenden Kabinen zu quälen, wird durch die Zugabe von Sägespänen die Geruchsentwicklung verhindert und am Ende eine Weiterverarbeitung in Kompostieranlagen gewährleistet.

In Zusammenarbeit mit „Viva con Agua“ versuchen die engagierten Beteiligten die gute Stimmung der Besucher und den Spaß auf dem Gelände bis auf die Toiletten zu bringen - und das gelingt sogar auf grüne Art und Weise.

Von Ann-Kristin Sachs

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