Eschweger Unternehmen

Neuorientierung in der Krise: Grein produziert Visiere aus Polyesterfolie

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Transparente Visiere: Gesichtsschutz für Kunden aus dem medizinischen Bereich produziert das Eschweger Unternehmen Grein.

Neuorientierung in der Krise: Unter strengen Hygieneauflagen hat das Eschweger Unternehmen Grein die ersten 10 000 transparenten Visiere aus Polyesterfolie produziert.

Auftraggeber ist ein Industriedesigner, der den Gesichtsschutz für Kunden aus dem Medizinbereich in der Kreisstadt geordert hat. „Die Mitarbeiter in der Produktion mussten Handschuhe und Gesichtsmasken tragen, um Verunreinigungen zu vermeiden“, erklärt Unternehmer Georg Grein. Die Visiere wurden passgenau gestanzt.

Grein berichtet von „verzweifelten Anfragen“ nach den Visieren. Über Stückzahlen von bis zu 100 000 sei verhandelt worden. „Die Nachfrage ist da“, sagt Grein. Er hat das Portfolio seiner Firma um die Produkte der Stunde erweitert: Mundschutz, Gesichtsvisier, Raumabtrennungen. Nachfolgeaufträge wurden inzwischen abgearbeitet, auch solche mit speziellem Aufdruck.

„Wir passen gerade das Design an“, berichtet Grein. Es werde darüber hinaus in Kooperation mit dem Industriedesigner über die Auswahl des Materials und des Verschlusses beraten. Ziel sei die Weiterentwicklung zur CE-Zertifizierung. Grein rechnet mit weiteren Anfragen und anhaltendem Interesse, beispielsweise von Zahnärzten und aus dem Pflegedienst. „Im Gegensatz zu den einfachen Masken sind die Visiere ein wirklicher Schutz“, sagt Grein.

Insbesondere für den Bedarf im medizinischen Bedarf will das Eschweger Unternehmen Raumabtrennungen herstellen. Beispielsweise in Wartezimmern könne das zur Verbesserung der Hygienebedingungen führen.

Zu einem großen Problem führt die gute Auftragslage dann doch: Material ist nach Angaben Greins nur schwer zu bekommen und die Preise sind deutlich gestiegen. „Da werden innerhalb von zwei Tagen schon mal zwanzig Prozent mehr verlangt“, sagt der Unternehmer. Die Materialien würden bei den Lieferanten reserviert, Preise verhandelt, Verträge mit den Abnehmern der fertigen Produkte vereinbart.

Grein beschäftigt mehr als 70 Mitarbeiter und produziert in erster Linie für die Autoindustrie. Die zunächst zwei Standorte am Hessenring und in Großburschla wurden Ende vorvergangenen Jahres in der neuen, modernen Produktionsstätte an der Thüringer Straße in Eschwege zusammengelegt. 

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