Kurz nach Eröffnung: Großer Bedarf an Therapie

Kinder- und Jugendpsychiatrische Tagesklinik ausgelastet

Teamwork: Die medizinische Leiterin der Einrichtung, Sylvia Sroka, stellt ihr Team vor: (von links) Heidrun Schäfer, Andreas Eißner, Klinikdirektorin Privatdozentin Dr. Nathalie Bock, Michael von Schumann, Laura-Marie Schenk und Cornelia Gleisner. Foto: Sagawe

Eschwege. Anfang Mai hat die Vitos Kinder- und Jugendpsychiatrische Tagesklinik in Eschwege ihre Arbeit aufgenommen. Am Mittwochnachmittag wurden die Einrichtung und ihre Mitarbeiter vorgestellt.

Neun der zwölf Plätze sind bereits belegt; mehr geht momentan wegen der personellen Unterbesetzung nicht. Daran soll sich mit geplanten Neueinstellungen schon im kommenden Monat etwas ändern. Denn: Es gibt bereits eine Warteliste.

„Das zeigt, dass Bedarf da ist, aber das wussten wir auch schon vorher“, sagte Uwe Brückmann, Direktor des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) am Mittwoch zu den Belegungszahlen. Mit dem neuen Angebot sei eine Lücke geschlossen worden. Der Standort in Kliniknähe ist nach Ansicht von LWV-Direktor Brückmann gut gewählt.

„Nicht in allen Fällen ist die stationäre Aufnahme sinnvoll“, so Brückmann, „oft ist es besser, Kinder und Jugendliche im gewohnten Umfeld zu lassen.“ Mit der Finanzierungszusage hat der Aufbau der Abteilung schon 2009 begonnen, berichtete Landrat Stefan Reuß. Immer wieder sei um- und neugeplant worden. „Das braucht seine Zeit“, sagte Reuß. Die wohnortnahe Versorgung sei wünschenswert.

Mit der Behandlung in der Tagesklinik können die jungen Patienten versorgt werden, ohne ihr Umfeld aufgeben zu müssen. Soziale Kontakte bleiben erhalten, Hobbys kann nachgegangen werden. Behandelt werden nach Angaben der medizinischen Leiterin Sylvia Sroka Patienten vom Kleinkindalter bis zum 18. Lebensjahr, in erster Linie sind sie im Alter zwischen neun und dreizehn Jahren.

Angesichts des schon jetzt großen Bedarfs sieht Sroka perspektivisch eine Erweiterung in eineinhalb bis zwei Jahren. Darüber hinaus sei das zusätzliche Angebot einer Babyambulanz denkbar. Zunächst müsse aber der noch vorhandene personelle Engpass überwunden werden. Hier sieht auch LWV-Direktor Uwe Brückmann eine echte Herausforderung. „Das Team braucht dringend Verstärkung“, sagte er am Mittwochnachmittag während der Vorstellung. „Angesichts des Fachkräftemangels ist das ein schwieriges Unterfangen.

In den Ausbau der Tagesklinik in Eschwege an der Luisenstraße hat das Land Hessen insgesamt 880.000 Euro investiert.

Von Harald Sagawe

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