Mit Präzision und viel Kraft 

Großes Jahreswechsel-Konzert lockt Klassik-Fans in die Eschweger Stadthalle

Kam gerne nach Eschwege zum heiteren Konzert zum Jahreswechsel: Dirigent Hermann Breuer mit der Mährischen Philharmonie Olmütz. Heiteres Konzert zum Jahreswechsel. Foto:  Claus

Eschwege. Alles hat ein Ende: Zum letzten Mal im Jahr 2017 hat der Kulturbund am Samstag in die Stadthalle nach Eschwege eingeladen.

Liebhabern der klassischen Musik und solchen, die es einmal werden können, gab die Mährische Philharmonie Olmütz ihre Kollektion „Opernball“ zum Besten.

In dieser bunten Auswahl an bekannten und beliebten Stücken verschiedener Gattungen fand unter anderem Giuseppe Verdis Liebesgeschichte „Sizilianische Vesper“ Platz. Dirigent Hermann Breuer ging durch „Rossinis Küche“ bis hin zu Johann Strauß und erhielt dabei eine stimmgewaltige Unterstützung durch die Sopranistin Miriam Sharoni, die selbst den Blechbläsern fast den Atem raubte. Bei dem ersten Höhepunkt des Konzerts sang sie mit genug Gefühl, um das Publikum die emotionale Zerrissenheit der Protagonistin Norma aus der Arie „Casta Diva“ von Bellini hautnah spüren zu lassen.

„Vielseitig und ansprechend; hier kann man dem Alltag entfliehen“, sagt Volker Wierhake vor allem in Anspielung auf die langsameren und harmonischeren Stücke, die sich einer Concorrenza (Wettkampf) gleichend mit flotten und dynamischen Sequenzen abwechselten, was für die Mährische Philharmonie kein Problem darstellte.

Die Streichinstrumente überzeugten mit einer Präzision bis in die höchsten Töne, wohingegen die Bläser das Publikum mit viel Kraft wachhielten. Als der ungarische Tanz „Heia in den Bergen“ zum Mitmachen animierte und Sharoni überraschend ein paar Tanzschritte präsentierte, konnte dies nur noch der traditionelle „Radezykmarsch“ überbieten, woraufhin die Standing Ovations der Zuhörer nicht verwunderten. 

Von Lorenz Schöggl

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