Grüne fordern Verzicht auf den Kunstrasenplatz in Eschwege

Das Projekt Kunstrasenplatz steht möglicherweise vor dem Aus. Die Eschweger Grünen stellen einen entsprechenden Antrag und finden Unterstützer in der Stadtverordnetenversammlung.

Im von Siegfried Fiegenbaum vorgelegten Antrag verlangen die Grünen, den Magistrat mit einer Zustandsanalyse der städtischen Sportanlagen zu beauftragen und die Mittel für den geplanten Kunstrasenplatz aus dem Haushalt zu streichen. 87 000 Euro waren für das Projekt in diesem Jahr vorgesehen, die weitere Finanzierung sollte in den folgenden Jahren erfolgen. Gleichzeitig sollen 40 000 Euro neu in den Haushalt aufgenommen werden, die für die Aufwertung der Torwiese und anderer Sportplätze verwendet werden.

„Vor dem Hintergrund der klimaneutralen Stadt sowie den Zielen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes sehen wir keinen Spielraum“, heißt es in Fiegenbaums Antrag.

Auch die sportliche Situation habe sich verändert. Die Spielvereinigung 07 zog im vergangenen Jahr ihr Fußball-Verbandsligateam zurück und meldete die zweite Mannschaft vom Spielbetrieb ab. Während die Linke vorbehaltlose Unterstützung für den Antrag signalisierte, gibt sich die Koalition aus CDU, FWG und FDP noch zurückhaltend, nicht ohne festzustellen, dass die bisherige Planung mit Kunststoffgranulat nicht länger unterstützt wird. Der Stadtverordnete Markus Claus (SPD) sieht „nach wie vor Bedarf am Kunstrasenplatz“. Claus: „Das Problem ist, dass die Stadt nicht dahinter steht und die Vereine den Platz alleine nicht finanzieren können.“ Und zum ökologischen Aspekt: Der Platz müsse ja nicht mit Kunststoffgranulat befüllt werden, es gebe umweltfreundliche Materialien.

Claus hatte im April vergangenen Jahres für seine Fraktion die Beschleunigung des Projektes beantragt und bekam seinerzeit dafür die Zustimmung aller Fraktionen mit Ausnahme der Linken. Fraktionsvorsitzender Bernhard Gassmann bekräftigte die Ablehnung des Projektes gestern und kündigte an: „Wir stehen hinter dem Antrag der Grünen, das ist eine gute Initiative.“ Ökologische und finanzielle Aspekte seien dabei ausschlaggebend. „Das war und ist auch bei uns Thema“, berichtete FWG-Fraktionsvorsitzender Andreas Hölzel von den Beratungen innerhalb der Koalition. Die Grundlagen seien nach dem Rückzug der Verbandsligamannschaft nicht mehr gegeben. Die tatsächlichen Bedarfe sollen aber in Gesprächen mit den Vereinen festgestellt werden. „Wir sind nicht generell gegen den Platz“, so Hölzel, „der darf aber keinesfalls mit Kunststoffgranulat sein.“

Die Sportförderung sei ein wichtiges Anliegen, heißt es in der Antragsbegründung der Grünen. Gute Bedingungen könnten den Vereinen aber auch ohne Kunstrasenplatz geboten werden. Mit den neu in den Haushalt aufgenommenen 40 000 Euro sollen neben der Zustandsanalyse die technische Infrastruktur verbessert und beispielsweise „tribünenartige Zuschauersitzgelegenheiten“ geschaffen werden.

Rubriklistenbild: © imago images / Eibner

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