Kein Ticket in der Innenstadt: Vorteil für Eschweger Einzelhandel nicht gegeben

Grüne und SPD wollen wieder Parkgebühren für Eschwege

Viele parkende Auto stehen im Regen auf dem Eschweger Marktplatz.
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Zurzeit kostenlos: Die Parkgebühren in der Eschweger Innenstadt, wie hier am Marktplatz, wurden per Parlamentsbeschluss bis Jahresende ausgesetzt.

300.000 Euro weniger hat die Stadt in diesem Jahr bisher weniger aus Parkgebühren eingenommen. Mit Einsetzen des Lockdowns hatte die Stadt die Gebühren ausgesetzt. Gründe und SPD fordern, die gebühren wieder einzuführen, weil die kostenlosen Parkplätze von Anwohnern und Pendlern dauerhaft belegt werden.

Eschwege - Grüne und SPD fordern, das kostenfreie Parken in der Eschweger Innenstadt rückgängig zu machen. Einen entsprechenden Antrag wollen sie in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 24. September einbringen. „Kosten und Nutzen driften auseinander“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Siegfried Fiegenbaum. Nachdem die Grünen die im Juni ausgesetzte Parkraumbewirtschaftung schon vor Wochen kritisiert hatten, finden sie jetzt Unterstützung bei der SPD.

Bärendienst für den Einzelhandel

„Die Abschaffung der Parkgebühren hat sich als ein Bärendienst für den Eschweger Einzelhandel herausgestellt“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag. Die Beschwerden der Geschäftsleute würden lauter werden. Kritisiert werde, dass die Parkplätze in erster Linie von den Autos der Menschen, die in der Innenstadt arbeiten oder wohnen würden, belegt werden. Die Stadtverordnetenversammlung hatte in ihrer Sitzung vom 18. Juni mit der Mehrheit der Koalition aus CDU, FWG und FDP beschlossen, die Parkgebühren bis zum Jahresende auszusetzen. Bis zu zwei Stunden darf man kostenlos parken. „Wir wollen mit der Aussetzung die Innenstadt stärken und damit den Einzelhändlern, die durch das Coronavirus schließen mussten, wieder zu mehr Kundenfrequenz verhelfen“, hieß es vonseiten der Koalition.

„Genau das Gegenteil ist eingetroffen“, sagt Fiegenbaum, der bereits drei Wochen nach Abschaffung der Gebühren für eine Rückkehr plädierte. Innenstadtkunden seien frustriert, weil sie zurzeit keinen Parkplatz finden würden. „Im schlimmsten Fall geht es so weit, dass die Kunden zum Einkaufen in das Internet abwandern“, sagt Lukas Sennhenn, Vorsitzender des Grünen-Ortsverbands Eschwege. Darüber hinaus entwickele sich das freie Parken zum finanziellen Fiasko. Nach Angaben der Stadt Eschwege sei mit einem Verlust von rund 260 000 Euro zu rechnen.

CDU spricht sich für Beibehaltung des kostenlosens Parkes aus

„Die Wenigereinnahmen sind gut investiert“, sagt Stefan Schneider (CDU) für die Koalition. In schwierigen Zeiten habe man die Bürger entlastet und einen Anreiz gesetzt, die Innenstadt zu nutzen. Für Geschäftsleute, Dienstleister und Gastronomie wurde während der Pandemie, als die Innenstadt menschenleer war, für mehr Frequenz gesorgt. „Bis zum Jahresende werden wir daher an dem geltenden Beschluss festhalten.“

Die Lage in der Innenstadt habe sich nach dem sogenannten Lockdown inzwischen wieder normalisiert, gibt Sennhenn zu bedenken. Die Menschen würden wieder einkaufen gehen. Er warnt davor, dass der Stadt in der kommenden Zeit der Schlussverkäufe und im späteren Weihnachtsgeschäft weitere Park-Einnahmen durch die Lappen gehen würden.

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