Grüne wollen Pfand für Kaffeebecher

So könnte er aussehen: Kirsten Wolf zeigt einen der Prototypen, den die Bäckerei zusammen mit dem Kaffee-Zulieferer entworfen hat. Die Kunden bekommen ihn zum Selbstkostenpreis und anschließend einen Rabatt auf den Kaffee beim Wiederauffüllen. Foto: Stück

Eschwege. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Eschweger Stadtparlament plädiert für ein Pfandsystem, in dem der herkömmliche Coffee-to-go-Becher durch einen Mehrwegbecher ersetzt wird.

Einen entsprechenden Antrag wollen die Grünen in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Dienstag (19 Uhr, Rathaussaal) stellen. Magistrat und Stadtmarketing sollen ein Konzept entwickeln.

„Die Abfallvermeidung muss ein klares Ziel unserer Politik sein“, sagt Lothar Dietrich, Vorsitzender der Grünen-Fraktion. 320 000 Wegwerfbecher würden laut Deutscher Umwelthilfe jede Stunde für den Kaffeekonsum genutzt. „In Eschwege ist das Phänomen sowohl in der Innenstadt als auch am Stadtbahnhof zu beobachten“, sagt Dietrich. Mit der Einführung eines Pfandsystems könne Eschwege seinem strategischen Ziel, klimaneutral und „sauberhaft“ zu sein, näherkommen. Als Vorbild nennt er Freiburg im Breisgau.

Die Umweltberaterin des Werra-Meißner-Kreises Gabriele Maxisch begrüßt den Vorstoß der Eschweger Grünen. „Zahlen kenne ich nicht, aber das Problem der Einwegbecher besteht im Grundsatz“, sagt Maxisch. Das Problem lasse sich aber schnell vermeiden, wenn man seinen Kaffee in einer Porzellantasse trinke. Bislang gibt es vonseiten des Kreises noch keine Aktion gegen die Becherflut, man könne es sich im nächsten Jahr aber „sehr gut“ vorstellen.

Einen Schritt weiter ist die Bäckerei Wolf. Die Bäckerei mit dem größten Filialnetz in Eschwege will Anfang des nächsten Jahres einen Thermobecher einführen, den sie an die Kunden zum Selbstkostenpreis abgibt. Die ersten 100 Prototypen sind schon bestellt. „Kunden, die diesen Thermobecher oder ein eigenes Gefäß mitbringen, bekommen einen Rabatt“, sagt Geschäftsführer Thomas Wolf. Lukas Sennhenn, Vorsitzender der Grünen, spricht von einem guten Anfang.

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