Anknüpfen an das Flächenmodell

Grundsteuer soll einfach sein: Bürgermeister befürworten bei Reform den hessischen Weg

Eine Euro-Geldmünze sowie ein Spielzeughaus stehen auf einem Abgabenbescheid für die Entrichtung der Grundsteuer. Foto: Jens Büttner/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit
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Die Initiative des Landes Hessen, bei der Grundsteuerreform eigene Wege zu gehen, stößt bei den Bürgermeistern im Werra-Meißner-Kreis grundsätzlich auf Zustimmung.

Hessen knüpft an das Flächenmodell an. Ergänzend soll nun die Lage als Kriterium hinzugenommen werden. „Das Modell scheint wie gewünscht einfach zu sein“, sagt Friedel Lenze, Sprecher aller Bürgermeister im Kreis. Eine seriöse Bewertung könne aktuell noch nicht erfolgen, weil Zahlen noch fehlen.

Das hessische Modell kommt mit drei Angaben in der Steuererklärung aus: Grundstücksfläche, Gebäudefläche „Wohnen“, Gebäudefläche „Nicht-Wohnen“. Mit einem einfachen Faktorverfahren soll das Ergebnis des Flächenmodells nach Informationen des Hessischen Finanzministeriums erhöht oder vermindert werden – je nachdem, wie sich die Lagequalität des betreffenden Grundstücks im Vergleich zu einer durchschnittlichen Lage in der Gemeinde darstellt. Hessen möchte für die Berechnung die bereits vorhandenen Bodenrichtwertzonen nutzen.

Keine Verschlechterung des ländlichen Raums

„Wichtig ist, dass es beim zweistufigen Verfahren bleibt und keine Verschlechterung des ländlichen Raums im Kommunalen Finanzausgleich entsteht“, sagt Lenze. Die Befürchtung sei, dass Großstädte zulasten der Umlandgemeinden und des ländlichen Raums künstlich arm gerechnet werden könnten.

Der Hessische Städte- und Gemeindebund sieht indes noch viele Fragen ungeklärt bei dem hessischen Modell. „Im jetzt vorgelegten Entwurf ist der Einfluss der Bodenwerte wahrscheinlich zu gering, um die erheblichen Bodenwertunterschiede im Land angemessen abzubilden“, sagt der Geschäftsführende Direktor des hessischen Städte- und Gemeindebundes Karl-Christian Schelzke. Ob ein Grundstück in Frankfurt, Frankenberg oder Frankenau liege, sei eben schon ein großer Unterschied – preislich und bei Erreichbarkeit und Infrastruktur. Auf Gewinner oder Verlierer bei der Neuberechnung der Grundsteuer will sich Lenze noch nicht festlegen. Aktuell sei eine Verschlechterung hinsichtlich der größeren Grundstücke im ländlichen Raum zu befürchten. 

Die Hebesätze der 16 Kommunen im Kreis

Ein Überblick über die aktuellen Steuersätze der Kommunen im Werra-Meißner-Kreis: Bad Sooden-Allendorf: Grundsteuer A 620 Prozent/Grundsteuer B 800 Prozent,

Berkatal: 400/400, 

Eschwege: 430/430, 

Großalmerode: 560/560, 

Herleshausen: 600/600, 

Hessisch Lichtenau: 590/590, 

Meinhard: 650/650, 

Meißner: 400/400, 

Neu-Eichenberg: 380/480, 

Ringgau: 950/960, 

Sontra: 420/420, 

Waldkappel: 650/650, 

Wanfried: 730/730, 

Wehretal: 420/420, 

Weißenborn: 500/500, 

Witzenhausen: 655/655.

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