Gutachter: Aluminium könnte den Werratalsee retten

Christian Schuller

Eschwege. Die Wasserqualität im Werratalsee könnte mit einer Aluminiumfällung kurzfristig verbessert werden. Das Wasser würde dabei mit Hilfe von Aluminiumhydroxid geklärt. Nach Einschätzung von Gutachter Christian Schüller vom Planungsbüro Clearwaters bestünde dann die Chance, dass im nächsten Sommer die massenhafte Vermehrung der Cyanobakterien verhindert würde.

Das Gewässer zwischen Eschwege und Meinhard könnte während der gesamten Saison als Badesee genutzt werden.

Schuller stellte am Montagabend in Eschwege sein neuestes Werratalsee-Gutachten (wir berichteten bereits darüber) vor. Daraus geht hervor, dass die für die Cyanobakterien-Massenentwicklung ursächliche Phosphorsättigung des Wassers in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen hat und dem kritischen Punkt sehr nahe gekommen ist, von dem an der See umzukippen droht.

„Wir nähern uns dem Wendepunkt, der zu einer sprunghaften Veränderung führt“, sagte Schuller, „wenn der See einmal umgekippt ist, wird er längere Zeit umgekippt bleiben.“ Dann sei über Jahre hinweg nicht mit wirklichen Besserungen zu rechnen. Schuller schlussfolgert daraus: „Erste Aufgabe muss sein, zu verhindern, dass der Wendepunkt erreicht wird.“ Der sogenannte Schwellenwertbereich mit dem der Wendepunkt erreicht würde, reicht bei Gewässern wie dem Werratalsee von 80 bis 150 Mikrogramm Phosphor pro Liter. Gemessen wurden zuletzt 75 Mikrogramm.

Neben dem kurzfristigen Nutzen würde die Aluminiumfällung auch einen Zeitgewinn bedeuten - Zeit, die zusätzlich genutzt werden könnte, um die Ursachen für die Nährstoffübersättigung zu beseitigen. Die Wirkungsdauer beschrieb Schuller mit zwei bis drei Jahren. Allerdings ist die Methode in den Fraktionen in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung nach wie vor höchst umstritten.

Von Harald Sagawe

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der Werra-Rundschau

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare