Rücklagen der Krankenkassen so hoch wie nie zuvor

Gute Konjunktur verursacht volle Kassen

Eschwege. Bei der Einführung des Gesundheitsfonds vor drei Jahren wurde der Krankenkassenbeitrag vom Gesetzgeber wissentlich angehoben, die gute Konjunktur dabei jedoch außer Acht gelassen. Die Folge davon ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen nun über Rücklagen in Rekordhöhe verfügen. Muss per Gesetz eine Rücklage von mindestens 25 Prozent einer Monatsausgabe bestehen, ist die Obergrenze für die Vermögensanhäufung ebenso festgeschrieben, nämlich auf das Eineinhalbfache einer Monatsausgabe.

Während die Techniker- Krankenkasse (TK) Anfang 2014 auf eine Prämienausschüttung von bis zu 80 Euro pro beitragszahlendem Mitglied setzt, das im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Dezember 2013 regelmäßig Beitrag gezahlt hat, bauen andere, gesetzliche Krankenkassen eher auf Leistungsausweitungen. Zusätzlich zu dieser Ausschüttung von einer halben Milliarde Euro bietet die TK ab dem 1. November 2012 im Rahmen eines Bonusprogramms an, gezahlte Praxisgebühren bis zu 60 Euro zurückzuerstatten, wenn das Mitglied vier Angebote zu gesundheitsbewusstem Verhalten absolviert, wie beispielsweise Früherkennungsuntersuchungen, Zahnvorsorge oder Sportabzeichen, und seine Praxisgebühr-Quittungen einreicht. Kosten für Naturarzneimittel, osteopathische Behandlungen und sportmedizinische Untersuchungen werden im Zuge einer Leistungsoffensive der letzten Monate nun auch von der TK übernommen.

„Eine Prämienausschüttung hat nur einen kurzfristigen Ausschüttungseffekt und muss zudem noch versteuert werden“, zählt Ernst-Dieter Mäurer, Vorstand Betriebskrankenkasse Werra-Meißner (BKK), die Nachteile einer solchen Verfahrensweise auf. Neue Leistungen würden ebenfalls Geld ins Portemonnaie des Beitragszahlers spülen - und dies ganz ohne Abzüge und vor allem langfristig. Seite 2

Von Gudrun Skupio

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