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Chor der Eschweger Gymnasien hat sein erstes Musikvideo veröffentlicht

Tragen ihren Teil zum Musikvideo bei: Die Gymnasiastinnen singen im Freien.
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Tragen ihren Teil zum Musikvideo bei: Die Gymnasiastinnen singen im Freien.

Als Ersatz für die ausgefallenen Proben hat der große Chor der Eschweger Gymnasien in den vergangenen Monaten digital weitergeübt – und haben jetzt ihr erstes Musikvideo der Öffentlichkeit präsentiert.

Eschwege - „Wir müssen das Beste aus der Krise machen“, erklärt Andreas Worm, Chorleiter und Musiklehrer. Viele Eltern, Lehrer, Musikbegeisterte und ehemalige Schüler kennen es nicht anders: Jeweils vor den Sommer- und Weihnachtsferien kommen sie zu den Konzerten der Eschweger Gymnasien. Doch durch Corona musste diese Tradition und alle Proben ausfallen.

Um den Übungserfolg und den Fortbestand der Chöre nicht zu gefährden, hat Worm daher eine Alternative gesucht – und in einem speziell kalibrierten Online-Konferenztool gefunden. Vor ihren heimischen Computern haben die Sänger zu der Begleitung ihres Lehrers mit Klavier und Gesang erfolgreich geprobt, obwohl dieser nur vereinzelt zuhören konnte: Durch die unterschiedlichen Verzögerungen in der Übertragung kommen die Stimmen nicht synchron bei Worm an. Aber durch viel Erfahrung weiß er, was wie geprobt werden muss. Auch wenn Proben in Präsenz natürlich die bessere Wahl seien und schrittweise wieder ermöglicht werden, „haben alle Bock, das so weiterzumachen, wenn wir müssen.“ sagt Worm. Nachdem die Proben Fahrt aufgenommen hatten, hat der große Chor spontan beschlossen, ein Musikvideo zu einem Medley von den Red Hot Chili Peppers als kleinen Ersatz für das Sommerkonzert zu produzieren.

Zu einem vorgefertigten Playback haben alle Schüler einzeln zu Hause gesungen und ihre Stimme mit Aufnahmegeräten, die herumgeschickt wurden, aufgezeichnet. Über 30 Tonspuren hat Worm dann zu dem finalen Meisterwerk vereinigt, das sich alle Interessierten auf Youtube anhören können; Gestern hatte das Video mit beliebten Evergreens wie „Californication“ und „Under the Bridge“ fast 2000 Aufrufe. „Da gehört viel Mut zu“, lobt Worm, weil die Aufnahmen zum Schneiden vollständige Solos sein mussten, „aber von dem Training haben alle sehr profitiert.“

Zur Vollendung des Musikvideos haben sich die Schüler am Werratalsee getroffen, um mit Videoequipment und Drohne sommerliche Sequenzen samt Playback-Gesang aufzunehmen, die Lilli Rathgeber, Ronja Schuchhardt und Leonard Meister geschnitten haben.

Für die kommenden Monate können alle Musikliebhaber gespannt sein: Abhängig von der weiteren Entwicklung können die Chöre sich gut vorstellen, weitere Musikvideos zu produzieren und zu veröffentlichen. Von Lorenz Schöggl

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