Leistungen aus dem Hartz-IV-Teilhabepaket wenig begehrt

Nur gut die Hälfte will Geld für Bildung

Eschwege. Knapp 1900 Kinder haben im Werra-Meißner-Kreis Anspruch auf Leistungen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket. Lediglich zwei Drittel machen davon auch Gebrauch. Werden die Leistungen herausgerechnet, die automatisch gezahlt werden, wenn sich der Anspruch beispielsweise aus dem Hartz-IV-Bezug ergibt, sinkt die Quote auf 55 Prozent.

„Im Vergleich mit anderen Landkreisen werden die Leistungen sehr gut in Anspruch genommen, die Quote liegt über dem Durchschnitt in Hessen“, sagt Ilona Friedrich, Leiterin des Fachbereichs Soziales beim Werra-Meißner-Kreis.

Das Bildungs- und Teilhabepaket wird angeboten, um bedürftigen Kindern und Jugendlichen Freizeitaktivitäten zu ermöglichen und Leistungen wie beispielsweise Nachhilfe oder Klassenfahrten zu finanzieren. Ein jährlicher Zuschuss in Höhe von 100 Euro für Schulbedarf wird Hartz-IV-Beziehern automatisch ausgezahlt, die übrigen Leistungen müssen explizit beantragt werden. Das tut nur gut die Hälfte der Anspruchsberechtigten.

Die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel wurden im vergangenen Jahr deswegen nicht vollständig abgerufen. Auch für 2012 rechnet der Kreis damit, dass ein Teil der Gelder nicht ausgezahlt wird, weil keine Anträge gestellt werden.

Für die nächste Sitzung des Kreistages beantragt die Linke, die überschüssigen Gelder zweckgebunden zu verwenden und nicht dem allgemeinen Haushalt zuzuführen. Fraktionsvorsitzender Bernhard Gassmann geht davon aus, dass aus dem vergangenen Jahr gut 400 000 Euro und 2012 knapp 230 000 Euro nicht für Bildungspaket-Leistungen ausgegeben wurden. Nach Angaben Friedrichs könnten die Gelder aus 2011 in den allgemeinen Haushalt fließen, die für 2012 würden allerdings exakt abgerechnet und müssten an den Bund zurückgegeben werden.

Von Harald Sagawe

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