Berufungsverfahren: Strafen werden milder

Haftstrafen für zwei Frauen wegen Betrugs bei Reisebuchungen

Werra-Meißner. Eine 76 Jahre alte Frau aus dem Werra-Meißner-Kreis und ihre 58-jährige Tochter sind vom Landgericht Kassel zu Haftstrafen wegen gemeinschaftlich begangenen gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt worden. Die 76-Jährige muss zwei Jahre und neun Monate, ihre Tochter zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

18 Mal hatten die Frauen von Juli 2011 bis November 2013 teure Reisen gebucht, aber sie traten diese nie an, sondern stornierten sie wegen angeblicher Krankheiten. Zuvor hatten sie eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen.

Die Stornokosten ließen sie sich von den Versicherern erstatten, gaben sie jedoch nicht an die Reiseveranstalter weiter. Das Spektrum der Reisen reichte von Kreuzfahrten, Flugreisen in die Karibik, auf die Malediven und nach Indonesien bis zu Aufenthalten in Luxushotels in Deutschland und Österreich. Die Stornokosten reichten von 1400 Euro bis 5300 Euro pro gebuchter Reise. Insgesamt entstand so ein Schaden von etwa 54.000 Euro. In einem Fall wurden die Stornokosten nicht ausgezahlt.

Grund für den Betrug war offenbar die schlechte wirtschaftliche Situation der Familie: hohe Stromrechnungen, Darlehens- und Unterhaltskosten. Mit dem Geld habe man Zahlungsrückstände beglichen, so die Mutter. Sie habe die Idee und die Federführung bei dem Betrug gehabt. Ihre Tochter habe sie nur eingebunden, weil sie selbst wegen ihres Alters keine Reiserücktrittsversicherung mehr habe abschließen können. So liefen die Verträge auf den Namen der Tochter, die außerdem unter Vorspiegelung von Krankheiten die für eine Stornierung notwendigen ärztlichen Atteste beisteuerte.

„Das Vorgehen zeugte nicht von großer Raffinesse“, stellte das Amtsgericht Eschwege bereits 2015 fest. Denn irgendwann fordern auch die Reiseveranstalter die Stornokosten einmal ein. Damals hatte das Gericht die Frauen zu Haftstrafen von drei Jahren und zwei Monaten sowie zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Gegen das Urteil hatten Angeklagte und Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.

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Von Mirko Konrad

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