Hauptsache, man kann’s gut lesen

Wichtiges und Kurioses: Sieben Fakten über Eschweger Straßennamen

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Eschwege. Jederzeit wissen, wo in der Stadt man sich gerade befindet. Da hilft selbst beim Einsatz modernster Technik nur eine gute Beschilderung. Wir haben die wichtigsten und interessantesten Fakten über Straßennamen und Straßennamensschilder zusammengetragen.

Die Farben

Straßennamensschilder gibt es in vielen verschiedenen Varianten, oftmals regional bedingt. Das Gesetz gibt die Farbwahl nicht exakt vor. Möglich sind zwei Kombinationen: Schwarze Schrift auf weißem Grund und weiße Schrift auf dunklem Grund.

Preis und Haltbarkeit

Der Preis eines Straßennamenschildes ist von der Länge des Namens abhängig und liegt laut Patrick Reiß vom Eschweger Ordnungsamt zwischen 50 und 100 Euro. Wie oft es ausgewechselt wird, hängt von den äußerlichen Gegebenheiten ab. Ist das Schild beispielsweise unter Bäumen angebracht, vermoost es schneller. Insgesamt halten die Schilder laut Reiß im Normalfall aber mehrere Jahrzehnte. Neue Schilder gibt es dann, wenn die alten nicht mehr lesbar sind. Dabei geht es aber nicht nur um Ästhetik. Für Rettungsdienste muss immer eine gute Orientierungsmöglichkeit gewährleistet sein.

Berühmte Eschweger

Viele Straßen tragen den Namen einer berühmten Persönlichkeit. Und das nicht nur bei Personen von Weltruhm. In der Kreisstadt sind einige Straßen nach verdienten Eschwegern benannt. Beispiele sind die Landrat-Höhne-Straße, die Ludwig-Knierim-Straße und der Bürgermeister-Rudolph-Ring.

Die Längsten

296 Straßen- und Platznamen gibt es in Eschwege. Die meisten Buchstaben hat dabei die Bürgermeister-Stolzenberg-Straße (30). Damit liegt sie jedoch noch weit hinter dem längsten Straßennamen Deutschlands. Den hat die Bischöflich-Geistlicher-Rat-Josef-Zinnbauer-Straße im niederbayrischen Dingolfing.

Die Ältesten

Manch ein Eschweger Straßenname hat schon mehr als ein halbes Jahrtausend überdauert. Der Alte Steinweg ist dabei laut Stadtarchivar Dr. Karl Kollmann der wohl älteste bekannte Name. Er wird (noch ohne den Zusatz „Alter“) in einem Abgaberegister von 1384 erwähnt. Der Stad taucht 1437 erstmals auf. 1306 liest man von einer „Tertia Linea“ („dritte Straße“). Das ist zwar kein Name, aber ein Hinweis darauf, dass zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Eschwege mindestens zwischen drei Straßen unterschieden wurde.

Die Häufigsten

Die drei häufigsten Straßennamen Deutschlands sind Hauptstraße (7630-mal), Dorfstraße (6988-mal) und Bahnhofstraße (4979-mal). Acht der zehn häufigsten Straßennamen gibt es auch in Eschwege.

Die Verbannten

Einige Straßennamen sind aus dem Stadtbild verschwunde. Vor allem nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es Veränderungen. Der heutige und frühere Schlossplatz trug von 1933 bis 1945 den Namen Adolf-Hitler-Platz, ab 1939 hieß die Bahnhofstraße Hermann-Göring-Straße. Auch Karlsstraße, Viktoriastraße und Jägerstraße gibt es nicht mehr.

Von Lasse Deppe

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