Am kommenden Dienstag werden die Ergebnisse der Bürgerbefragung im Eschweger E-Werk vorgestellt

Das Haushaltsdefizit muss weg

Bürger beteiligen: Gemeinsam mit der Uni Kassel wurde der Fragebogen für die Bürgerbefragung entwickelt. Im Sommer hatten Erster Stadtrat Reiner Brill (von links), Dr. Manuela Pötschke und Dr. Bernd Reef die Umfrage vorgestellt. Archivfoto: Rissmann

Eschwege. Was wollen wir uns leisten können? Unter dieser Fragestellung wurden vor Wochen Fragebögen an 3000 Eschweger Haushalte verschickt. Mit der Bürgerbefragung in Kooperation mit der Uni Kassel will die Kreisstadt herausfinden, wo die Bürger Einsparpotenziale im städtischen Haushalt sehen.

Die Bürger einbeziehen, damit hat die Stadtverwaltung offensichtlich einen Nerv getroffen, denn mit einer Antwortquote von über 40 Prozent war die Beteiligung für eine Umfrage sehr hoch. Die beiden Wissenschaftler Dr. Manuela Pötschke und Dr. Bernd Reef konnten mit ihrem Team aus Studierenden so 1245 Fragebögen auswerten. Die Ergebnisse sollen nun am Dienstagabend um 19 Uhr im Eschweger E-Werk vorgestellt werden.

Erster Stadtrat und Stadtkämmerer Reiner Brill ist sehr zufrieden mit der hohen Beteiligung an der Bürgerbefragung. „Bei der Präsentation der Ergebnisse wird es auch einige Überraschungen geben“, sagt Brill. Ein paar Details verrät er aber schon einmal vorab: So sei ein Ergebnis, dass der Ausgleich des defizitären Haushaltes für die große Mehrzahl der Befragten ein ganz wichtiges Ziel sei. Die höchste Akzeptanz bei den Einsparungen haben die Befragten in den Bereichen kommunale Selbstverwaltung sowie Sport und Kultur, die geringste Akzeptanz in den Bereichen Familie und Soziales sowie kommunale Infrastruktur. Auf wenig Gegenliebe stoßen die Erhöhung von Elternbeiträgen für die Kindertagesstätten. Mehr Einnahmen sollte die Stadt eher durch die Anhebung der Gewerbesteuer als der Grundsteuer sicher stellen.

Ebenfalls ein schönes Ergebnis ist, findet Brill, dass die Befragten sich durchweg in hohem Maß mit ihrer Heimatstadt identifizieren und sich sehr verbunden fühlen. „Wichtig ist den Eschwegern vor allem, dass die Stadt einen gepflegten Eindruck macht und für Kinder und ihre Familien attraktiv ist“, fasst Brill zusammen.

Erste Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse der Befragung sind repräsentativ in Bezug auf Geschlecht, Altersgruppe, Anzahl der Kinder im Haushalt und Erwerbstätigkeit. Überdurchschnittlich viele Bürger mit höherem schul- und Berufsabschluss haben sich an der Umfrage beteiligt. Im Detail werden die Ergebnisse von den beiden Forschern noch vorgestellt. Brill wird im Anschluss dann auch die ersten Schlussfolgerungen, die die Stadtverwaltung bereits aus den Befragungsergebnissen gezogen hat, vorstellen.

Von Diana Rissmann

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