Gezahlt wird jetzt bargeldlos: Heimische Banken spüren Anstieg der Transaktionen mit Karte

Während der Coronakrise ist die Zahl der bargeldlosen Transaktionen deutlich gestiegen. Das hat eine Abfrage bei den beiden größten regionalen Kreditinstituten vor Ort ergeben.

Die VR-Bank Mitte spricht von einem Anstieg um 20 Prozent mit der Girocard. Die Sparkasse Werra-Meißner bemerkt eine deutlich erhöhte Nachfrage der Kunden. In Zahlen lässt sich das Phänomen hier nicht erfassen.

Angesichts der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus möchten die Händler ihre Mitarbeiter schützen, aber auch die Kunden wollen lieber Distanz wahren. Und sie möchten möglichst wenig Bargeld in die Hand nehmen – in der Annahme, dass sie sich über Scheine und Münzen mit dem Coronavirus infizieren könnten. Dieser Sorge war allerdings Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann entgegengetreten: Von Scheinen und Münzen gehe kein besonderes Ansteckungsrisiko aus, sagte er. Die Wahrscheinlichkeit, sich an Geldscheinen oder Münzen mit dem Coronavirus zu infizieren, ist nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten sehr gering.

Trotzdem zahlen die Kunden der heimischen Banken jetzt mehr Rechnungen ohne Bargeld. Und die Händler in der Region reagieren darauf. „Nachgefragt werden vor allem mobile Terminals zur Auslieferungen von Lebensmitteln und anderen Produkten“, berichtet Lutz Römer, Unternehmenssprecher der Sparkasse Werra-Meißner. Einzelhändler im Bereich Lebensmittel, wie zum Beispiel Bäckereien und Metzgereien, interessiere vor allem der hygienische Aspekt des kontaktlosen Bezahlens. „Aktuell haben wir vermehrt die Anfrage nach dem Wechsel von stationären zu mobilen POS-Terminals, um den geforderten Abstand auch beim Bezahlvorgang einhalten zu können“, erklärt Sprecher Florian Hartleib für die VR-Bank Mitte. Neue POS-Terminals (Point of Sale) sind Voraussetzung, „damit die Kontaktlosfunktion überhaupt nutzbar ist“. Bei einigen Altgeräten gibt es keine NFC-Schnittstelle, und somit wäre keine kontaktlose Zahlung möglich. Die VR-Bank Mitte betreut rund 500 solche Terminals.

Der Trend des bargeldlosen Zahlens werde durch die aktuellen Umstände beschleunigt, schätzt Römer die aktuelle Lage ein. „Wir raten auch unabhängig von der aktuellen Situation zu bargeldlosen Zahlungen“, sagt Römer. Sie seien einfach und schnell. Bargeldloses Bezahlen reduzier die Kosten und den Aufwand, der mit der Bargeldhaltung verbunden sei.

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