Heimische Händler befürworten Ladenschließung an Heiligabend

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Keine Geschenke auf den allerletzten Drücker: Heiligabend bleiben die Geschäfte in Hessen geschlossen. 

Eschwege. Mit Zustimmung reagiert der Einzelhandel im Werra-Meißner-Kreis auf die Entscheidung der hessischen Landesregierung, am 24. Dezember keinen verkaufsoffenen Sonntag zu gestatten.

Weil Heiligabend auf einen Sonntag fällt und zwei Feiertage folgen, ist die Ladenöffnung in Deutschland grundsätzlich möglich, aber Entscheidung der Länder. „Wer versucht, aus dieser Konstellation einen verkaufsoffenen Sonntag zu machen, muss bescheuert sein“, findet Hartmut Schepp, Vorsitzender der Initiative Stadtmarketing in Eschwege und selbst Einzelhändler in der Kreisstadt, deutliche Worte. „Die Frage hat sich für mich nie gestellt“, sagt Petra Schmiedel, Inhaberin des Grambamboli in Eschwege. Selbst wenn die Ladenöffnung zulässig wäre, würde die Einzelhändlerin nicht öffnen und auch auf Umsatz verzichten. „Ich fände das unmöglich, es ist Heiligabend“, sagt sie.

Der Discounter Aldi hatte schon zu einem frühen Zeitpunkt erklärt, in der gesamten Republik alle Filialen geschlossen zu halten. Edeka und andere Lebensmittelketten geben die Entscheidung an seine Filialisten weiter. Bei Tegut stößt die Ansage der Landesregierung auf Zustimmung. „Das ist unbedingt richtig“, sagt Knut John. „Der Sonntag gehört den Familien; wir würden nicht öffnen, auch wenn das zulässig wäre.“ Tegut betreibt im Werra-Meißner-Kreis Lebensmittelmärkte und die sogenannten Lädchen für alles in Eschwege, Abterode, Gertenbach, Frankershausen, Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf. Ganz anders als in Hessen sind die Regelungen in den übrigen Bundesländern. Einige lassen an Heiligabend Öffnungszeiten von drei oder vier Stunden zu, andere erlauben die sonntägliche Ladenöffnung zwischen 9 oder 10 Uhr und 14 Uhr. In Berlin darf zwischen 7 und 14 Uhr, in einigen Branchen sogar bis 18 Uhr, geöffnet werden.

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