Ein Mann mit sehr vielen Facetten

Heinrich Hogelucht aus Jestädt wird heute 80 Jahre alt

Herumgekommen: Hogelucht bei der Vorbereitung zum diplomatischen Fußballspiel zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei 1971 in Moskau. Foto: Heinrich Hogelucht

Jestädt. Politik, Heimatgeschichte, Zinnfiguren und Bienen – Heinrich Hogelucht hat viel erlebt und kann vieles erzählen. Heute wird der Jestädter 80 Jahre alt und blickt auf ein ereignisreiches Leben zurück.

Der Beruf

46 Jahre Berufstätigkeit, davon 41 Jahre für die Bundespolizei: Während seiner Dienstzeit erlebte Hogelucht einiges. Auslandseinsätze mit einem Jahr Aufenthalt in Moskau (1971) und Peking (1973), Einsätze während der Olympischen Spiele 1972 in München und während des Baader-Meinhof-Prozesses (Stammheim-Prozess) in Stuttgart sowie die Stationierung an beinahe sämtlichen Kraftwerken Deutschlands ließen ihn die Welt besser kennenlernen.

Die Politik

Neben dem beruflichen Engagement ist er bis heute auch kommunalpolitisch aktiv. Mit dem Amt als Ortsvorsteher Jestädts (1982-1986), zwei Legislaturperioden als Schriftführer des Ortsbeirates, vier Jahren als hauptamtlicher Schiedsmann der Gemeinde Meinhard, dazu vier Jahre als dessen Stellvertreter – seit 1985 ist Hogelucht, mit kleiner Unterbrechung, bis heute aktives Mitglied des Gemeindevorstands. Für seine Arbeit wurde er 1996 mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet. „Mein größter und wichtigster Erfolg als Ortsvorsteher waren die Erhaltung der alten Fachwerkhäuser in Jestädt und die damit verbundene Verhinderung einer breiten Straße durch den Ort.“ Eine echte Herzensangelegenheit.

Die Hobbys

Neben seinem Engagement in Beruf und Politik ist Hogelucht auch Vorsitzender der Gemeinschaft der Beamten auf Lebenszeit und Verfasser des Werks „Der BGS in Eschwege – Eschwege als Garnisonsstadt“ sowie vieler weiterer heimatkundlicher Berichte. Dazu gehört auch die Aufarbeitung sämtlicher Mühlen im Mühlbach.

Eine rege Teilnahme im Vereinsleben, sei es im Heimat- oder im Schützenverein Hubertus Jestädt – wo er als begeisterter Schütze in der Gauklasse antrat oder sportlich als Polizei-Fünfkämpfer – sowie die Leichtathletik sind feste Bestandteile seiner Lebensgeschichte. Sportlicher Höhepunkt ist dabei die Teilnahme an den deutschen Polizeimeisterschaften im Schießen 1969 in München.

Neben der Passion für Heimatgeschichte ist auch die Imkerei im eigenen Garten seit über 25 Jahren ein Hobby Hogeluchts. Mit gerade einmal 18 Jahren landete er als „Fremder“ in Nordhessen, besonders die „immer freundlichen Menschen hier“ faszinierten ihn und so wurde aus der Fremde schnell Heimat.

Die Zukunft

Hogelucht blickt äußerst zufrieden auf sein Leben zurück und würde, wenn er könnte, alles noch einmal genauso machen. „Meine Hoffnung ist, dass der liebe Gott es mir ermöglicht, noch ein paar Jahre unbeschwert weiterzumachen“, sagt er. Der jungen Generation wünscht er etwas mehr Zufriedenheit mit sich selbst und die Fähigkeit, das Leben etwas mehr so anzunehmen, wie es ist. 

Von Robin Kemmsies

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