Borkenkäfer – 50 Hektar Wald im Schlierbach gerodet

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Kahlschlag: Auf der Kuppe des Schlierbachswaldes kurz vor Weißenborn mussten 50 Hektar Fichtenwald geschlagen werden. Die Bäume waren todkrank. Im Frühjahr soll hier mit jungen Eichen aufgeforstet werden. Die Bevölkerung kann mithelfen.

Im Schlierbachswald mussten mehr als 50 Hektar Fichten auf einer Kuppe gerodet werden, weil der Bestand wegen des Borkenkäferbefalls todkrank war.

Weißenborn. Eine bittere Vorschau, wie es bald in vielen Wäldern aussehen könnte, gibt die Anhöhe der Landstraße nach Weißenborn. Wo bis vor einigen Wochen noch dichter Fichtenwald stand, erstreckt sich eine apokalyptisch anmutende Ebene über die Kuppe des Schlierbachswaldes, die nur von vereinzelten Baumgerippen strukturiert ist. Zahllose Stümpfe gefällter Fichten, durchzogen von tiefen Rinnen im Waldboden, die die Holzerntemaschinen hinterlassen haben. An den Rändern stapeln sich viele Tausend Festmeter Stämme zum Abtransport ins Sägewerk. „Wir mussten hier auf zirka 50 Hektar Fläche alle Fichten schlagen“, sagt Förster Christoph Beume, der für das Revier beim Forstamt Wehretal zuständig ist.

Borkenkäferbefall - Forst war nicht mehr Herr der Lage 

Zunächst wegen des Sturms Friederike im Januar 2018 und den beiden folgenden extrem trockenen Sommern habe sich der Borkenkäfer (in dem Fall der Buchdrucker) so extrem vermehrt. „Wir waren da oben nicht mehr Herr der Lage“, sagt Beume.

Der Käfer habe sich zunächst über den Windwurf hergemacht und sich dort gut entwickelt und dann sämtliche gesunden Fichten befallen. „Da oben gab es keine einzige gesunde Fichte mehr“, sagt der Förster. Was jetzt noch stehe, seien einige Douglasien, Lärchen und Pappeln. „Alles, was irgendwie noch gesund ist, lassen wir stehen und hoffen, dass deren Sämlinge für etwas Aufforstung sorgen.“ Die Fläche im Schlierbach kurz vor Weißenborn sei eine der größten zwar, die jetzt eingeschlagen werden mussten, aber zugleich sei der Wald überall schwer krank. „Das ist ein Anblick, an den man sich wird gewöhnen müssen“, sagt Beume.

Auch Laubbäume inzwischen betroffen 

Obwohl der Buchdrucker ein Käfer ist, der sehr spezialisiert auf Fichten ist, würden inzwischen auch andere Bestände des Waldes an den klimatischen Veränderungen kranken. So leiden die Buchen beispielsweise inzwischen auch, allerdings an eher komplexen Erkrankungen. „Schädlinge und Pilze, die normalerweise im Verborgenen leben, setzen den Laubbäumen zu“, weiß der Förster. Zu sehen sei das bereits in Waldgebieten bei Wanfried, wo das Grundgestein aus Muschelkalk besteht.

Aufforstung im Frühjahr mit Eichen geplant - Bevölkerung zum Mitmachen aufgerufen

Für die riesige Freifläche vor Weißenborn plant das Forstamt Wehretal eine große Pflanzaktion, die am Samstag, 21. März, stattfinden soll und zu der auch die Bevölkerung eingeladen ist. Wie der Sprecher des Forstamts Wehretal Dietrich Breuer mitteilt, sollen dort junge Eichen gepflanzt werden. Denn an die jetzt kahle Fläche grenzen größere Eichenbestände an. Die jungen Bäume, die bisher im Schatten ihrer älteren Verwandten nicht so richtig wachsen konnten, sollen ausgegraben und dort neu gesetzt werden. Anmeldungen sind bereits über die Hompage von Hessen-Forst möglich. 

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