Eschweges Bürgermeister steht vor der erneuten Kandidatur

Alexander Heppe will mehr als eine Amtszeit

Blaue Fähnchen: Auf dem Luftbild Eschweges hat Bürgermeister Alexander Heppe die zahlreichen Projekte markiert, die erledigt sind und noch umgesetzt werden müssen. Foto: Sagawe

Eschwege. Die Entscheidung zur ersten Kandidatur fiel in Barcelona. „Ich war mit Freunden in Spanien, als ich erfuhr, dass Jürgen Zick aufhört“, erinnert sich Bürgermeister Alexander Heppe. CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Schneider habe ihm die Online-Meldung gezeigt. „Ich bin dann eine halbe Stunde allein spazieren gegangen, und als ich zurück kam, stand fest: Ich trete an.“

Ein gutes halbes Jahr später war Alexander Heppe Bürgermeister der Kreisstadt Eschwege. Jetzt steht der 38-jährige Christdemokrat vor seiner zweiten Kandidatur. Er will sich im Juni um eine weitere sechsjährige Amtszeit bewerben. Dabei sind die Erinnerungen an den Sieg in der Stichwahl im Sommer 2009 noch ganz nah. „Das war einer der Momente in meinem Leben außerhalb der Familie, die emotional am intensivsten waren“, so Heppe, „ich habe Freude, Glück und vor allem tiefe Dankbarkeit gefühlt.“

Die Dankbarkeit sei bis heute geblieben, erzählt er. Am Wahlabend habe er darauf gehofft, dass das Amt vielfältig und erfüllend ist. „Heute weiß ich, dass es das ist.“ Und noch etwas stand für den Bürgermeister schon bei der ersten Kandidatur fest: „Es war klar, dass ich nicht nur für zwei oder drei Wahlperioden antrete.“Heppe erzählt von einer tiefen Verbundenheit zur Heimat, zu Eschwege und zur ganzen Region, von einer „fantastischen Kindheit und tollen Jugend“. Er setzt auf das Miteinander der Menschen, darauf, dass sich seiner Begeisterung und seinem Engagement viele anschießen: „Eschwege ist eine Mitmachstadt, und damit stehen wir noch ganz am Anfang.“ Mitsprache und Beteiligung sollten ausgebaut werden, ohne dabei in starre Strukturen zu verfallen. „Die Identifikation der Eschweger mit ihrer Stadt ist groß“, sagt Heppe, er erlebe immer mehr die innere Solidarität.

Dabei war der Start alles andere als leicht. Mit dem damaligen Hertie-Kaufhaus stand die wichtigste Einzelhandelsimmobilie in Eschwege vor dem endgültigen Aus. Heute ist daraus mit der Schlossgalerie der wichtige Magnet für die Innenstadt geworden. „Wir sind als Stadt ganz neue Wege gegangen, alle haben zusammengearbeitet, wir haben gemeinsam die Innenstadt gerettet“, so der gelernte Jurist heute. „Eschwege ist eben etwas ganz Besonderes.“

Viele andere wichtige Projekte habe die Stadt in den zurückliegenden fünf Jahren angegangen, einige seien erledigt, andere noch nicht. In Heppes Büro im Rathaus hängt eine Luftaufnahme Eschweges. Blaue Fähnchen markieren die wichtigsten Projekte - erledigte wie unerledigte. Die Infrastruktur sei nicht schlecht, sagt er. „Wir könnten etwas offensiver auftreten, und gemessen an den Voraussetzungen sind wir auch schon ganz gut“, so Heppe. „Das heißt aber nicht, dass ich zufrieden bin.“

Von Harald Sagawe

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