Ursache der Belastung noch nicht geklärt

Herkunft multiresistenter Keime in der Wehre bei Eschwege: Die Untersuchung läuft

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Zentralklärwerk: Bei Reinigungsarbeiten und anderen Tätigkeiten kommen die Mitarbeiter mit eingeleiteten Abwässern in Berührung.

Die Herkunft der multiresistenten Keime in der Wehre bei Eschwege wird jetzt detailliert untersucht. Stephan Bauer vom Zentralklärwerk legte Vorschläge zur Analyse der Problematik vor.

Jetzt muss die Stadtverordnetenversammlung die Mittel freigeben, die benötigt werden, um ein Institut mit der Untersuchung zu beauftragen. Einen „hohen fünfstelligen Betrag“, schätzt Bauer, wird die Untersuchung kosten.

„Mit eigener Technik“, sagt Bauer, „können wir Bakterien zwar erkennen, sie aber nicht identifizieren.“ In der jetzt angestrebten Studie soll in erster Linie die Herkunft der Erreger ermittelt werden. 

Werden schon flussaufwärts des Klärwerks Keime entdeckt, wäre die Reinigungsanlage zunächst außen vor. Treten die aber nur nach dem Einlass der geklärten Abwässer auf, müsse genau untersucht werden, wer die Einleiter in die Kanalisation sein könnten. 

Mögliche Quellen für Verunreinigung sind Krankenhäuser

Als mögliche Quelle nennt Bauer Krankenhäuser, Altenheime und Arztpraxen. „Eine diffuse Grundlast kommt sicherlich auch aus den Haushalten“, sagt er. Die Landwirtschaft wolle er als Verursacher zunächst ausschließen. Relevante Intensivlandwirtschaft oder Massentierhaltung sei in den fraglichen Gebieten nicht anzutreffen. „Aber wir sind erst in der ersten Phase der Untersuchung“, sagt er.

Keim-Belastung in der Wehre laut Experten "ungewöhnlich hoch"

Die in der Wehre festgestellte Konzentration der Keime bezeichnet Bauer als „für ein Fließgewässer ungewöhnlich hoch“. „Das macht mich etwas unruhig“, sagt der Fachmann. Dabei geht es auch um die Gesundheit seiner Mitarbeiter. 

Kommen die Erreger über die Kanalisation in das Zentralklärwerk, würden die Beschäftigten dort mit der Problematik konfrontiert. Unter normalen Umständen ist die Gefährdung nach Bauers Einschätzung überschaubar; nicht aber, wenn zusätzliche Risikofaktoren wie offene Wunden oder ein durch einen Infekt geschwächtes Immunsystem hinzukommen.

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