25 Paten begleiten im Kreis Flüchtlinge durch den Alltag

Patenkind und Pate: Mustafa Almayyahi aus dem Irak hat in Otmar Kringel einen Helfer im Alltag gefunden. Der Lehrer begleitet den Flüchtling auf den ersten Wegen im fremden Land. Foto: Sagawe

Eschwege. 25 Paten engagieren sich im Flüchtlings-Hilfsprojekt von Familienbildungsstätte und Arbeiterwohlfahrt. Sie begleiten die neuen Mitbürgern durch den Alltag.

Otmar Kringel ist pensionierter Lehrer. Mustafa Almayyahi ist Flüchtling aus dem Irak und lebt jetzt im Werra-Meißner-Kreis. Kringel hat eine Patenschaft für den 27-Jährigen übernommen, übt Deutsch mit ihm und ist auch sonst für den jungen Mann da. „Herr Otmar gibt mir große Hoffnung“, sagt Almayyahi. „Er macht gerade den Führerschein und ist schon sehr eigenständig“, lobt Kringel seinen Schützling.

Mustafa Almayyahi und Otmar Kringel sind Teil des Patenschaftsprojektes von Familienbildungsstätte und Arbeiterwohlfahrt. Menschen aus der Region nehmen sich der Flüchtlinge an und begleiten sie durch den Alltag. Zwei bis drei Stunden Zeitaufwand pro Woche sieht das Konzept vor, die meisten Helfer unterstützen ihre Schützlinge deutlich länger.

Hedwig Baden, frühere Sekretärin in Frankfurt, lebt seit einigen Jahren in Wanfried. Sie unterstützt die sieben Jahre alte Fatima und deren Mutter Shakipa. Mutter und Tochter mussten aus Afghanistan flüchten. „Fatima kommt jeden Nachmittag mit ihren Hausaufgaben zu mir“, berichtet die Helferin. Die Arbeit sei sehr zeitaufwendig. „Das beansprucht mich schon sehr.“ Deswegen sei sie ganz froh, dass die Mutter jetzt einen eigenen Betreuer bekommen habe, sagt Hedwig Baden.

Umso mehr konzentriert sie sich auf das schulische Fortkommen ihres Patenkindes. Die Siebenjährige besucht die zweite Klasse an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Wanfried. „Fatima hat jetzt einen Deutsch-Test geschrieben und eine eins bekommen“, berichtet sie nicht ohne Stolz. Bei allem Lerneifer darf aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Baden: „In den Ferien haben wir gemeinsam deutsche Märchenfilme angesehen.“ Auch dabei hat die Grundschülerin natürlich ihre Deutschkenntnisse verbessern können. 25 Paten engagieren sich momentan in dem Hilfsprojekt der beiden Organisationen. Gerhard Wellmann gehört dazu und betreut zwei junge Männer aus Afghanistan. Immer donnerstags hilft er den Schülern bei den Hausaufgaben. „Wir haben ganz viel Spaß, es wird unglaublich viel gelacht“, erzählt der frühere Lehrer.

Beide Trägervereine suchen nach wie vor Paten, die Flüchtlinge im Alltag unterstützen möchten.

Kontakt: Anja Blankenburg, 0151/18 86 77 70, anja.blankenburg@awo-werra-meissner.de

oder Christina Britsch, 0151/20 71 94 13 und Dagmar Quentin, 0176/30 71 78 47, mosaik@fbs-werra-meissner.de.

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