Hessenforst stoppt Arbeiten - Käferholz bleibt liegen

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Aufgearbeite Holzmengen stellen Hessen Forst vor große Herausforderungen. Die Verkaufserlöse decken nicht einmal mehr die Aufarbeitungskosten. Christian Mühlhausen/ Landpix el

Hessen Forst hat für den Rest des Jahres die Aufarbeitung des vom Borkenkäfer befallenen Holzes gestoppt. Das Geld ist alle und der Holzmarkt gesättigt.  

Werra-Meißner – Hessen Forst hat am 14. Oktober mit sofortiger Wirkung die Aufarbeitung von sogenanntem Käferholz im Staatswald gestoppt. Zum Schutz der Fichtenbestände hatte der Landesbetrieb mit Holzernteunternehmen, Holzrückern und Fuhrleuten intensiv Käferholz aufgearbeitet, um damit die Borkenkäferpopulation einzudämmen versucht.

Zweite Käfergeneration überwintert im Boden 

Ende September wurde nun ein Schlussstrich gezogen. „Es zeichnet sich ab, dass die zweite Käfergeneration in Kürze überwiegend im Boden überwintern wird und die Aufnahmefähigkeit des Holzmarktes weiterhin überfordert sein wird“ begründet Michael Gerst, der Landesbetriebsleiter Hessen Forst, den Stopp.

Keine neuen Aufträge für 2019

Nach der Aufarbeitung in den vergangenen Monaten erfolgt jetzt eine Anpassung der Unternehmeranzahl und der Aufarbeitungsgeschwindigkeit. Das bedeutet, neue Aufträge werden 2019 nicht mehr erteilt. Zudem wird die Entscheidung damit begründet, dass der Holzmarkt übersättigt ist. „Die im Wald lagernden aufgearbeiteten Holzmengen stellen alle Waldbesitzer vor große Herausforderungen. Zum Teil decken die Verkaufserlöse nicht einmal mehr die Aufarbeitungskosten“ erläutert Gerst. Trotzdem geht er davon aus, dass der Borkenkäfer weitere Bäume befallen wird, wenn nicht weiter aufgearbeitet wird.

Kosten stehen in keinem Verhältnis zu Erlösen

Die Waldschutzmaßnahmen verursachen enorme Kosten, dem stehen gesunkene Erlöse gegenüber. Im Frühjahr war die Einschlagsmenge bereits für das gesamte Jahr gedeckt. Die vierfache Menge eines Normaljahres wurde geerntet.

Nächstes Frühjahr gehen Arbeiten weiter

Durch den Aufarbeitungsstopp wird versucht, den Haushalt zu entlasten. Die bestehenden Verträge werden abgewickelt. Darüber hinaus können sich weitere Auftragsoptionen durch Aufarbeitung geschädigter Buchen ergeben. Privat- und Kommunalforstbetriebe können selbst entscheiden, ob sie die Arbeiten weiterführen lassen oder stoppen.

„Im Frühjahr 2020 wird es mit der Aufarbeitung von Fichtenholz weitergehen“, kündigt Gerst an. (ce) 

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