Demos: Montag 17.30 Uhr auf Dorf- und Marktplätzen

Protestzüge gegen Kinderförderungsgesetz

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Auch die Jüngsten protestieren mit: In Reichensachsen hielten bei der Demo am vergangenen Mittwoch die Kita-Kinder stolz die selbstgebastelten Plakate hoch. 

Werra-Meissner. Laut geht es sonst meist im Kindergarten zu, doch heute soll es still werden. Mit einem stillen Protest wollen Erzieher, Eltern und Kinder ihren Ärger über das geplante hessische Kinderförderungsgestz (Kifög) zum Ausdruck bringen.

Im Werra-Meißner-Kreis laden deshalb viele Kitas um 17.30 Uhr zur Demonstration auf die Dorf- und Marktplätze ein und beteiligen sich so an der landesweiten Aktion. Die Forderungen sind klar: Keine Qualitätsminderung und keine reduzierten Öffnungszeiten in den Kitas.

In Eschwege werden alle zehn Kindertagesstätten in einem Sternmarsch zum Obermarkt ziehen, die Protestzüge starten jeweils um 17 Uhr an den Einrichtungen. Auf dem Obermarkt soll es dann eine Kundgebung geben, auf der Eltern und Verantwortliche aus den Kitas ihre Besorgnis über das neue Gesetz deutlich machen wollen. „Die Familienfreundlichkeit in unserer Region steht auf dem Spiel“, schreibt Pfarrer Christoph Dühr von der evangelischen Kreuzkirche in der Einladung zum Protestzug.

In Waldkappel startet der Demonstrationszug um 17.30 Uhr an der Stadtverwaltung und soll am Rewe-Parkplatz enden. „Das neue Kinderförderungsgestz hält nicht was der Name verspricht - im Gegenteil: Die Förderung der Kinder wird durch eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen noch erschwert“, sagt Lothar Hellwig, Ortsvorsteher von Bischhausen.

„Die Bildung und Erziehung unserer Kinder darf nicht nach Kassenlage entschieden werden.“

Was schlechter bedeutet, hatten bereits vergangene Woche die Elternbeiräte der Kitas in Wehretal vorgerechnet. Dort würden allein in der Kita Wilde Wichtel Reichen-sachsen fünf Vollzeitstellen wegfallen.

Auch in anderen Gemeinden treffen sich Eltern und Erzieher: Die Kitas aus Berkatal beispielsweise treffen sich um 17.30 Uhr auf dem Anger in Frankershausen, die Kitas aus Meinhard auf dem Anger in Grebendorf.

Unterstützt werden Eltern und Erzieher auch von Landrat Stefan Reuß, der bereits vergangenen Mittwoch die Demo gegen das Kifög in Reichensachsen besuchte. Dort fand er deutliche Worte: „Die Bildung und Erziehung unserer Kinder darf nicht nach Kassenlage entschieden werden.“ Im Werra-Meißner-Kreis läge der Fokus auf der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, weshalb man die vom Land Hessen vorgegebenen Mindeststandards bereits freiwillig überschreite, um die Betreuungsqualität zu sichern.

Von Diana Rissmann

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