Stiftung MitMenschen spendet 15 000 Euro an die Werkstatt für junge Menschen

Hilfe für die Berufswahl

Eschwege. Projekte fördern, die benachteiligten Jugendlichen eine zweite Chance bieten - das ist das Ziel der Stiftung MitMenschen der PSD- Bank Hessen/Thüringen. Seit zehn Jahren fördert die Stiftung auch Projekte der Eschweger Werkstatt für junge Menschen mit jährlich 15 000 Euro.

„Mittlerweile haben wir hier schon 150 000 Euro investiert, weil wir von der Arbeit der Werkstatt überzeugt sind“, sagt der Vorstandsvorsitzende der PSD-Bank, Bernd Michael Matt. Jedes Jahr vergibt die Stiftung der Bank insgesamt 300 000 Euro an solche Projekte. „In der Regel bewerben sich Organisationen mit ihren Projekten und wir wählen dann aus. Da gerade in der Jugenarbeit Kontinuität wichtig ist, unterstützen wir 16 Projekte regelmäßig“, sagt Matt. Dazu gehört auch die Werkstatt für junge Menschen.

„Dank der Spende der Stiftung haben wir die Möglichkeit, Projekte anzubieten, die ansonsten von Jobcentern nicht gefördert werden“, sagt Bernd Hirschfelder vom Vorstand der Werkstatt. So zum Beispiel die Talentwerkstatt, in der Siebt- und Achtklässler die Möglichkeit haben, innerhalb von zwei Wochen in fünf Berufe reinzuschnuppern. Wählen können die Jugendlichen derzeit aus Berufen im Metallbereich, des Gastgewerbes, der Holzbearbeitung, dem Bau oder den Beruf des Maler und Lackierers. „Mithilfe der Stiftungsgelder sollen in diesem Jahr noch die Bereiche Pflege, Lager und Büro hinzukommen und vorhandene Räume ausgeweitet werden“, sagt Hirschfelder.

Der Talentwerkstatt geht eine Potenzialanalyse voraus, in der erst einmal Begabungen, Fähigkeiten und Kompetenzen getestet werden, damit die Schüler sich leichter für eine Berufsgruppe entscheiden können. „Die Talentwerkstatt ist eine wichtige Vorstufe des Betriebspraktikums. Hier können die Schüler schon einmal in verschiedene Berufe reinschnuppern, bevor sie sich für einen Praktikumsplatz entscheiden“, sagt Achim Bertram, bisheriger Geschäftsführer der Werkstatt. Genau dieser Aspekt gefällt Matt besonders gut: „Die meisten Schulen bereiten die jungen Leute nicht gut auf ein Praktikum vor“, weiß er aus eigener Erfahrung mit Praktikanten in der Bank. Da sei so ein Projekt viel effektiver. Das kann Anke Engel vom Vorstand der Werkstatt nur bestätigen: „Viele Schüler sagen hinterher, dass sie jetzt genau wissen, für welches Praktikum sie sich entscheiden.“ Für die Schüler sei es zudem eine positive Erfahrung, einmal aus dem gewohnten Schulalltag auszubrechen und neue Erfahrungen zu sammeln. „Für die Berufswahl reicht eben ein Praktikum nicht, das ist ein langwieriger Prozess, der begleitet werden muss“, sagt Hirschfelder.

Von Diana Rissmann

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