Themen aus der Stadtverordnetenversammlung

Eschweger Stadtparlament: Hilfe für die Jugendherberge

War in diesem Sommer nicht stark frequentiert: Die Eschweger Jugendherberge, eingeweiht im Jahr 1982, kommt in diesem Jahr längst nicht auf die sonst üblichen 22 000 Übernachtungen pro Jahr.
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War in diesem Sommer nicht stark frequentiert: Die Eschweger Jugendherberge, eingeweiht im Jahr 1982, kommt in diesem Jahr längst nicht auf die sonst üblichen 22 000 Übernachtungen pro Jahr.

In der knapp zweistündigen Sitzung am Mittwochabend hat die Stadtverordnetenversammlung in erster Linie die Sitzung vom 24. September fortgesetzt.

Eschwege - Die Veranstaltung war wegen Zeitüberschreitung abgebrochen worden. Jetzt wurden die unbearbeiteten Anträge besprochen.

Jugendherberge

Schwer gebeutelt ist die Eschweger Jugendherberge durch die Coronapandemie. Die Einrichtung an der Werra hat mit herben Umsatzeinbußen und Vandalismus auf dem Grundstück zu kämpfen. Die SPD bat in der Stadtverordnetenversammlung um Hilfe.

60 Prozent aller Besucher seien Schulklassen, die übrigen Gäste setzten sich aus Einzelgruppen, Familien, Sportlern, Musikgruppen, Vereinen und Chören zusammen. Im Normalfall zählt die Jugendherberge Eschwege rund 22 000 Übernachtungen pro Jahr. „2020 werden durch die coronabedingten Auflagen und Stornierungen voraussichtlich lediglich 2500 Übernachtungen zu Buche stehen“, erklärt Peter Weinberger, Leiter der Eschweger Jugendherberge.

Durch die Coronakrise kämpfe die Jugendherberge um ihre Existenz. Von den insgesamt 27 Beschäftigten befindet sich der Großteil des Stammpersonals in Kurzarbeit. Zusätzlich hatte die Jugendherberge in den vergangenen Wochen damit zu kämpfen, dass sich rund um das Haus Eschweger Jugendliche zum Feiern treffen.

Die SPD regte deswegen an, dass der Baubetriebshof die Grundstückspflege übernimmt und das städtische Klärwerk die Regenwasserkanalspülung. Im Urlaubskatalog Eschwege könnte ihnen eine kostenfreie Anzeige gewährt werden. Außerdem sollten Bänke entfernt werden, damit sich Jugendliche dort nicht niederlassen können, gleichzeitig ein Jugendpfleger den Kontakt zu ihnen suchen.

Alle Mandatsträger stimmten zu, dass der Magistrat die Unterstützungsmöglichkeiten prüfen soll.

Hotelbetten

Die Bedarfsanalyse über die Erhöhung der Anzahl der Hotelbetten wurde von der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. Dabei scheint es sich um einen Kommunikationsfehler in der Koalition von CDU, FWG und FDP gehandelt zu haben.

Sie wollten in einem Ergänzungsantrag die Fortschreibung der Hotelbettenanalyse von 2011 fortschreiben und erst nach Ende der Coronakrise über eine Auswertung der Analyse entscheiden. Zur Abstimmung wurde aber nur der modifizierte Antrag der SPD gestellt. Dem entsagte die Koalition die Zustimmung.

Hochhuth-Gedenken

Auf Wunsch von CDU, FWG und FDP wird der im Mai verstorbene Dramatiker Rolf Hochhuth durch seine Heimatstadt geehrt. Das fand die volle Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung. Die Stadtbücherei soll in „Rolf-Hochhuth-Stadtbibliothek“ umbenannt werden. Dort soll es auch einen gesonderten Themenbereich zu Leben und Schaffen des Schriftstellers geben.

Außerdem könnte ein Gedenkschild am Geburtshaus an der Hindenlangstraße angebracht werden. Außerdem ist eine Gedenkveranstaltung zu seinem 90. Geburtstag am 1. April 2021 angedacht. Eine Arbeitsgruppe hat die Planungen vorangetrieben. Details beraten die Mandatsträger jetzt im Haupt- und Kulturausschuss. (ts)

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