Mähdrescher laufen auf vollen Touren

Hitze lässt Korn vorzeitig reifen: Dreschen des Getreides hat begonnen

Frühe Ernte wegen Hitze und Trockenheit: Im Werratal sind seit Wochenbeginn die Mähdrescher auf den Getreidefeldern im Einsatz. Dieses Foto entstand im vorigen Jahr. Luftaufnahme: Thomas Meder

Werra-Meißner. Die Mähdrescher laufen auf vollen Touren. Im Werra-Meißner-Kreis hat die Getreideernte schon vor einer Woche begonnen.

Traditionell erste Ecke war im Wanfrieder Stadtteil Heldra. Aber auch in anderen Bereichen des Werratals stand bei den Landwirten der Drusch der Wintergerste schon auf dem Arbeitsplan.

„Das ist ein bisschen früher als üblich“, sagt Uwe Roth, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Zwischen dem 12. und dem 15. Juli beginne normalerweise die Getreideernte. Als Grund für den Frühstart nennt er die sehr hohen Temperaturen in der ersten Juli-Woche: Die Körner wurden gar geröstet.“ Bei einer Lufttemperatur von 36 Grad Celsius herrschten im Bestand der Getreidefelder um die 60 Grad.

Diese „absolute Röste“ und damit verbundene einseitige Reife gehe zu Lasten des Ertrags, weil die Körner nicht mehr voll ausgebildet werden und nicht so dick und schwer sind. In der Landwirtschaft werde in dem Fall auch von Schmachtkorn und Kümmerkörnern gesprochen. Roth geht von einem Verlust von bis zu einem Drittel aus.

Winterweizen liegt vor dem Raps

Der Winterweizen ist im Werra-Meißner-Kreis das am meisten angebaute Getreide. Zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen – rund 24 000 Hektar (ha) – werden mit Getreide bebaut. Die Getreidearten und andere Früchte auf den Feldern verteilen sich wie folgt: Winterweizen: 4321 ha Winterraps: 3609 ha Sommergerste: 3414 ha Wintergerste: 2942 ha Silomais: 1869 ha Sommerweizen: 1340 ha Ackergras: 938 ha Kleegras: 880 ha Zuckerrüben: 646 ha Kartoffeln: 51 ha. Die Zahlen stammen von 2012 aus dem jüngsten Bericht zur Lage der Landwirtschaft im Werra-Meißner-Kreis.

Und auch die Qualität sei geringer. Das bringe dem Getreidebauern, der sein Korn auf den Markt bringt, zwischen fünf und zehn Prozent Abzug vom Erlös bei den Mühlen ein. Die anhaltende Trockenheit in unseren Breiten - laut Roth fehlten drei Viertel der üblichen Regenmenge - trägt ebenfalls ihren Anteil am schlechten Ernte-Ergebnis bei.

Dicht auf den Drusch der Wintergerste dürfte schon die Ernte des Raps folgen, schätzt der Verbandsvertreter. Sonst geht diese Ölpflanze erst ab dem 26. Juli von den Feldern. Und in einer Woche folgt nach Einschätzung Roths auch schon die Ernte der Sommergerste und - parallel dazu - auch des ersten Winterweizens. Das hängt aber noch ein wenig vom Wetter ab - es müsste wieder sonnig und trocken werden.

Von Stefan Forbert

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