Hobbyfotograf lässt Sterne  Spuren über die  Stadt ziehen

Sternenhimmel über Eschwege Startrail-Technik 
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Sternenspuren über dem Leuchtberg: Diese Aufnahme hat Klaus Heinzmann aus seinem Badezimmer mit Blick auf die Eschweger Leuchtberge und den Bismarckturm angefertigt.

Der Eschweger Hobbyfotograf Klaus Heinmann fotografiert seit seiner Kindheit. Jetzt hat der Pensionär die  Startrail-Technik für seine Aufnahmen entdeckt. 

Eschwege. Klaus Heinzmann war selbst überrascht über das gute Ergebnis. Schließlich sorgten Straßenlaternen und die Lichter der Nachbarn doch für erhebliche Störquellen in der Umgebung. Sein sogenanntes Startrail-Foto, die Strichspuren der Sterne über dem Eschweger Nachthimmel, ist aber gut gelungen. Dabei gehört diese Technik zu den ersten Versuchen des erfahrenen Hobby-Fotografen.

Hobby-Fotograf

Der pensionierte Oberstudienrat fotografiert seit seinem zehnten Lebensjahr. Mit einer Boxkamera, einer einfachen Kamera für Rollfilme, die besonders in den 1950er- Jahren populär war, hatte er angefangen. Über die Jahre hat er seine analoge Technik verfeinert. Als die Digitalkameras Anfang des Jahrtausends aufkamen, war er überhaupt nicht begeistert. „Ich habe auf die Digitalfotografie geschimpft“, erinnert er sich. Mittlerweile hat er die neue Technik schätzengelernt. „Ich hätte sonst vermutlich nie Sterne fotografiert.“

Startrail-Technik

KlausHeinzmann,Hobby-Fotograf

Die Anregungen für seine neuesten Bilder hat er aus Artikeln im Internet. Bei der Startrail-Technik arbeitet man mit vielen Einzelfotos und langen Belichtungszeiten. Früher, vor der Zeit der digitalen Fotografie, waren Aufnahmen von Startrails wesentlich schwieriger zu bewerkstelligen. So musste ein einziges Bild viele Stunden lang belichtet werden, um Strichspuren auf das Negativ zu bannen. Gleichzeitig durfte aber auch keine Überbelichtung entstehen. Bei seinen digitalen Versuchen jetzt macht Heinzmann rund 180 Einzelaufnahmen mit seinem 12 Millimeter Weitwinkel-Objektiv. Den Polarstern hat er als Drehpunkt ausgewählt. 18 Sekunden belichtet er ein Foto, macht zwei Sekunden Pause, um dann das nächste Foto zu machen. Durch die Erdrotation und Langzeitbelichtung entstehen die Strichspuren. Zwischen 0 und 1 Uhr hat er in dieser Woche deshalb seine Zeit im Badezimmer zugebracht, um den Himmel zu beobachten. Die Bilder hat er zwar mit Stativ und Automatik aufgenommen, trotzdem hat der das Projekt überwacht. Ein Computerprogramm hat die 180 Bilder hinterher zu einem Foto zusammengerechnet.

Entspannendes Hobby

„Die anschließende Bildbearbeitung entspannt mich“, schätzt Heinzmann einen weiteren Vorteil der digitalen Fotografie. Außerdem seien die Möglichkeiten vielfältiger. Die überschüssige Zeit durch die Corona-Krise nutzt er, um zu fotografieren und zu bearbeiten. Dabei hält er sich an die Distanzregeln. „Mittlerweile habe ich aber schon jede Blume im Garten fotografiert – und die der Nachbarn auch“, scherzt Heinzmann. Sterne sind auf jeden Fall noch ein paar übrig.

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