Maskenpflicht ab Montag: Erhöhte Nachfrage nach Schutz

Maskenpflicht Hessen 
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Derzeit ein übliches Bild im Kreis: Eine Apothekenangestellte zeigt einer Kundin eine Maske für den Mund und die Nase. Ab Montag herrscht in Hessen für bestimmte Öffentlichkeitsbereiche eine Maskenpflicht.

Weil ab Montag Maskenpflicht in Geschäften und dem öffentlichen Nahverkehr gilt, haben Apotheken einen enormen Ansturm erlebt. Doch bisher gibt es ausreichend Schutzmasken. 

Werra-Meißner. Aufgrund der Corona-Pandemie gilt in Hessen landesweit ab dem kommenden Montag eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften. Ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren und Menschen, die wegen einer Behinderung oder Erkrankung keine Maske tragen können, hat Hessens Landesregierung am Dienstagabend beschlossen.

Apotheken erleben Ansturm 

Nach der Bekanntgabe der Maskenpflicht haben vor allem die Apotheken im Werra-Meißner-Kreis am Mittwoch einen enormen Kundenansturm erlebt. „Kaum, dass wir heute Morgen die Tür geöffnet hatten, kamen Menschen, um Schutzmasken zu kaufen“, berichtet Sina Zuber, die die Apotheken in Reichensachsen und Grebendorf führt. Vor allem Privatpersonen wollten sich eindecken.

„Wir haben ausreichend Masken da, und versuchen, alle zu versorgen“, so Sina Zuber. Bei den Masken handelt es sich um die einfachen Modelle aus Vlies mit Nasenklammer, die aber auch mehrfach verwendet werden können, wenn sie nach dem Gebrauch wieder getrocknet werden. Bisher zumindest habe ihre Apotheke, so Sina Zuber, die Abgabe nicht auf eine bestimmte Stückzahl pro Person beschränkt. „Wir bekommen bislang jederzeit Nachschub.“

Eine erhöhte Nachfrage bestätigt auch Christine Dietz von der Eschweger Löwenapotheke. „Ganz besonders beliebt sind aktuell die Einmalmasken“, sagt die Apothekerin. Davon würden sie aktuell Fünferpäckchen verkaufen, damit auch jeder eine Maske bekäme. Masken gebe es aber derzeit noch genug: „Wir sind gut aufgestellt“, sagt Dietz.

Landkreis nicht für Versorgung zuständig 

Der Werra-Meißner-Kreis ist derweil nicht für die Versorgung seiner Bürger mit Masken in der Pflicht, teilt Jörg Klinge, Sprecher des Landkreises auf Anfrage unserer Zeitung mit. Das sei wegen der Mengenanzahl auch schlicht gar nicht möglich. Der Landesgesetzgeber habe die Maskenpflicht erlassen, folglich müssten sich die Bürger die Mund-Nase-Bedeckung selbst besorgen.

Der Sprecher des Landkreises weist noch einmal darauf hin, dass keine medizinischen Masken getragen werden müssen. Lediglich eine Mund-Nase-Bedeckung sei Pflicht. Dies könne beispielsweise auch in Form eines Schals oder einer selbst genähte Maske erfolgen.

Der Kreis versorgt Einrichtungen und Dienste mit Masken, die ihm aus der Bundes- und Landesbeschaffung zugewiesen werden. „Soweit möglich versorgen wir bestimmte Personengruppen freiwillig und vorübergehend mit Masken, die wir selbst beschafft haben“, sagt Jörg Klinge. Als Beispiel nennt der Landkreissprecher die Schulen, die den Unterricht in der kommenden Woche in begrenzter Form wieder aufnehmen.

Regionale Unternehmen sollen Produktionsketten aufbauen

„Wir als Kreis haben vor Wochen Bestellungen ausgelöst und daher momentan einen kleinen Bestand“, sagt Klinge. Ziel sei es aber, dass möglichst Unternehmen in Deutschland und auch im Werra-Meißner-Kreis Produktionsketten aufbauen würden. „Einige haben dies bereits gemacht, was sehr zu begrüßen ist“, so der Kreissprecher.

Trotz Masken bleibt Handhygiene wichtigste Maßnahme

Als Eschweger Hausarzt begrüßt Dr. Uwe Ellringmann die Einführung der ab nächster Woche geltenden Maskenpflicht. Er äußert allerdings die Befürchtung, dass manche Menschen nun wieder beginnen könnten, das Händewaschen zu vernachlässigen, weil sie sich durch die Gesichtsmaske ausreichend geschützt wähnen.

„Das gründliche Waschen der Hände ist und bleibt die wichtigste Maßnahme gegen mögliche Infektionen“, so Ellringmann, und weiter: „Die Virusproblematik wird uns voraussichtlich noch viele Monate beschäftigen.“

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