Senkung gilt ab Juli 

Hoher Aufwand: Unternehmen der Region bewerten Mehrwertsteuersenkung konträr

Noch liegt die Mehrwertsteuer bei 19 und 7 Prozent. 
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Noch liegt die Mehrwertsteuer bei 19 und 7 Prozent. 

Am 1. Juli wird in Deutschland die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 16 Prozent beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Die heimischen Betriebe bewerten das unterschiedlich. 

Ein allgemeiner Tenor der Wirtschaft aus dem Kreis ist nicht festzustellen, sagt Peter Döring von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG). Unternehmen, die Güter des täglichen Bedarfs verkauften, würden die Umsatzsteuerreduzierung eher kritisch sehen. 

Sollten sie diese an die Kunden weitergeben, sei das mit einem relativ großen Umstellungsaufwand verbunden. Diese Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel und der Gastronomie rechneten nicht mit einer signifikanten Umsatzsteigerung. Anders sehe es bei Investitionsgütern aus: Autohäuser erwarteten einen gewissen Kaufanreiz-Effekt.

Fraglich, ob die Wirtschaft angekurbelt wird

Ob das aber die Wirtschaft ankurbeln wird, kann bisher kaum jemand einschätzen, meint Stephan Schenker, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Das Konjunkturpaket selbst bewerten viele Handwerker als positiv, bei der Senkung der Mehrwertsteuer sei die Stimmung gemischt. „Die Wirtschaftslage ist unsicher und jede Veränderung sorgt für weitere Verunsicherungen“, sagt Schenker. 

Zudem schätzt er, dass Verbraucher, die wegen Kurzarbeit weniger Geld zur Verfügung haben, erst mal nichts kaufen werden. Bei einem Brötchen machen die drei Prozent kaum einen Unterschied. „Bei einem Bauprojekt für 100 000 Euro nehme ich die 3000 Euro natürlich gerne mit, aber wegen dieser Ersparnis wird sich der Kunde dann nicht rosafarbene Klinker hinsetzen“, so Schenker.

Finanzbuchhaltung muss umgestellt werden

„Wir werden die Mehrwehrsteuersenkung komplett an die Kunden weitergeben“, sagt Bernd Schüffler vom Eschweger Möbelkreis Einrichtungshaus. Ob es allerdings mehr Aufträge durch die Verbraucher gebe, sei abzuwarten. Die Umstellung selbst sei mit einem erheblichen Aufwand verbunden, als Beispiel nennt er die Finanzbuchhaltung.

Familien erhalten 300 Euro pro Kind

Das Konjunkturpaket umfasst 57 Punkte. Wie die Regierung mitteilt, soll es den Wohlstand sichern und die Zukunftsfähigkeit stärken. Neben der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer (1. Juli bis 31. Dezember) enthält es einen Kinderbonus für Familien, die pro Kind einmalig 300 Euro erhalten.

Zudem gibt es ein Programm für Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen und die Kommunen sollen gestärkt werden.

Von Evelyn Paul und Maurice Morth

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