„Holzige Biomasse“ startet mit Verzug: Grünschnittabfuhr ab Herbst kostenlos

Grünschnitt zu Kompost: Auf einem Sammelplatz wird der Grünschnitt geschreddert. Je nach Beschaffenheit eignet er sich als Heizstoff oder als Kompost. Archivfoto: SCHNEIDER

Mit Verzögerung zwar, aber spätestens im Herbst soll das Modellprojekt „Holzige Biomasse“ im Werra-Meißner-Kreis starten.

Für die Bürger heißt das zunächst, dass sie ihren vor allem im Frühjahr und Herbst anfallenden Baum- und Strauchschnitt (sogenanntes holziges Grüngut) an den Sammelstellen, die jede Gemeinde bis dahin vorhält, kostenlos anliefern können. Jeweils im Herbst und im Frühjahr soll es mehrere kreisweit synchronisierten Termine für die Anlieferung des Biogutes geben.

Der Landkreis hat das Modellprojekt federführend gemeinsam mit dem Abfallzweckverband (AZV) seit zwei Jahren entwickelt. Die Konzeptions- und Planungsphase wird zu 100 Prozent vom hessischen Umweltministerium gefördert. Eines der Ziele sei es, so Vizelandrat Dr. Rainer Wallmann, den Klimazielen des Kreises näherzukommen.

Die Sammelplätze

Allein für die Sammelplätze mussten die 13 im AZV organisierten Kommunen im Kreis (außer Eschwege, Witzenhausen, Sontra) ihre häufig schon vorhandenen Plätze neu genehmigen lassen beziehungsweise neu gestalten. Das sei auch der Grund, warum der Projektstart sich verschoben habe. Denn für die Sammelplätze, wo das Grüngut auch gleich geschreddert wird, muss eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (Bimsch) eingeholt werden. Das betrifft die Gemeinden Bad Sooden-Allendorf, Großalmerode, Herleshausen, Hessisch Lichtenau, Meinhard, Waldkappel und Wehretal. In den übrigen Kommunen wird nur gesammelt. Für die Planung und Genehmigung hat der AZV 200 000 Euro veranschlagt. Mit den Städten Eschwege, Sontra und Witzenhausen, die nicht Mitglied im AZV sind, wird es laut Wallmann Kooperationen geben. Die Städte seien an dem Konzept interessiert.

Die Landschaftspflege

Doch das Konzept geht deutlich weiter als eine Ergänzung zur Biotonne. Denn das holzige Grüngut soll nicht nur zentral gesammelt werden, sondern künftig auch mit bei der Landschaftspflege anfallenden Gehölzen verwertet werden. Dabei handelt es sich um Hecken und Feldgehölz, Gehölz von Streuobstwiesen und sogenanntem Begleitholz fließender Gewässer.

Die Verwertung

Die unterschiedlichen Holzbiomassen werden über dieselbe Infrastruktur erfasst, während die Qualität nach der Verwertung unterschiedlich ist.

Das feine Material aus dem holzigen Grüngut wird so fein geschreddert, dass es sich zur Kompostierung eignet, das Holz aus der Landschaftspflege kann zu Hackschnitzeln, die sich zum Heizen eignen, verwendet werden – zum Beispiel für Bioheizkraftwerke.

Die Holz-Manager

Die Werkstatt für Junge Menschen wird künftig das Management für das Landschaftsholz im Werra-Meißner-Kreis übernehmen. Derzeit kartieren sie den gesamten Werra-Meißner-Kreis nach Gehölzarten und erstellen ein Gehölzkataster, mit dem künftig gearbeitet werden soll.

Die Mengen

Das Konzept geht von etwa 30 Kilogramm je Einwohner und Jahr aus, also etwa 1800 Tonnen holzige Biomasse in der Anfangsphase. Das entspricht einem Heizwert von etwa 300 000 Litern Heizöl.

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