Im Kino: Horrorfilm statt Pinguine

Horrorstreifen statt lustiger Pinguine. In der Nachmittagsvorstellung des Films „Madagascar 3“ im Eschweger Cineplex-Kino wurde versehentlich der Trailer eines Horrorfilms gezeigt. Foto: fotolia

Offenbar eine Panne beim Abspielen des Werbeblocks vor der Nachmittagsvorstellung des Filmes „Madagascar 3“ im Eschweger Cineplex-Kino hat zahlreiche kleine Kinder am Mittwochnachmittag in Angst und Schrecken versetzt.

Eschwege. In dem gezeigten Werbeblock wurde plötzlich ein Trailer des für Januar 2013 angekündigten Films „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ gezeigt. „Madagascar 3“ hat keine Altersbeschränkung, weshalb das Kino vor allem mit kleinen Kindern gut besetzt war.

Melanie Meister aus Oetmannshausen war mit ihrem sechsjährigen Sohn im Kino, begleitet von ihrer Cousine, deren dreijähriger Sohn zum ersten Mal im Kino war. „Plötzlich begann der Hänsel-und-Gretel-Trailer, abgeschlagene Köpfe flogen, Hexen wurden durch Drahtseile zersägt“, erzählt die Mutter. Nach einem Schockmoment versuchte sie ihrem Sohn die Augen zuzuhalten und vor den grausigen Bildern zu schützen. „Mein Kind hat die ganze Nacht nicht geschlafen und war total verängstigt.“ Die Frau will sich jetzt bei der FSK (der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) beschweren.

Die deutsch-amerikanische Produktion des auf dem Brüder-Grimm-Märchens entfernt basierenden Films ist durch die FSK in Deutschland mit einer Altersbeschränkung von 16 Jahren eingestuft worden. Das Filmgenre wird von der Produktionsfirma mit „Action, Horror und Komödie“ angegeben. Der Trailer zu „Hexenjäger“ lässt sich auf Youtube ansehen, doch auch dort läuft eine bereits zensierte Fassung. Der Trailer zeigt eine Mischung mit Adaptionen aus Filmen wie Lara Croft über Bruce Willis „Stirb langsam“ bis zu dem Horrorstreifen „Halloween“.

„Es muss eine bedauernswerte Verwechslung bei den Werbeblocks gegeben haben“, sagte Valentina Janzen von den Cineplex-Kinos. So etwas sei noch nie in einem der Kinos passiert. Man sei gerade beim Auslesen und Prüfen der digitalen Daten, um herauszufinden, wie es zu dem Vorfall kommen konnte.

„Wir können uns erst mal nur bei allen Eltern und Kindern entschuldigen“, sagte Frau Janzen. „Wir wissen, dass der Schaden enorm ist.“

Die Werbeblocks vor Kinofilmen werden im Vorfeld programmiert und müssen inhaltlich mit den Altersbeschränkungen des Hauptfilmes übereinstimmen.

Von Stefanie Salzmann

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