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Hospizgruppe berät zu Patientenverfügung: Das sind die wichtigsten Informationen

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Von: Emily Spanel

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Patientenverfügungen und Vollmachten sind unerlässlich, damit die eigenen Wünsche berücksichtigt werden – und zwar in Zeiten, in denen man nicht mehr selbst entscheiden kann.
Patientenverfügungen und Vollmachten sind unerlässlich, damit die eigenen Wünsche berücksichtigt werden – und zwar in Zeiten, in denen man nicht mehr selbst entscheiden kann. © KARL-JOSEF HILDENBRAND/DPA

Schnell kann alles ganz anders sein: ein Unfall, eine Krankheit, Komplikationen bei einer Operation. Man fällt ins Koma, kann nichts mehr entscheiden – außer, es wurde vorgesorgt, und zwar mit einer schriftlichen Patientenverfügung.

Eschwege – Diese legt fest, wie man später ärztlich behandelt werden will, wenn man seinen Willen nicht mehr äußern kann. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wo kann man sich fachlich fundiert über Patientenverfügungen informieren?

Die Hospizgruppe Eschwege bietet kostenlos eine Beratung rund um dieses Thema an. Die ärztliche Beratung erfolgt durch Dr. Neumann; das Gespräch dauert etwa eine Stunde. „Es besteht auch die Möglichkeit, schon vorliegende Patientenverfügungen prüfen zu lassen und gegebenenfalls zu überarbeiten“, sagt Annette Kukule, Leitende Koordinatorin der Hospizgruppe Eschwege. Weiterhin können Interessierte im Hospizbüro an der Reichensächser Straße 5 kostenlos eine Broschüre erhalten.

Eine vorherige Anmeldung zu der Beratung ist bei der Hospizgruppe Eschwege unter der Rufnummer 0 56 51/33 83 14 erforderlich.

Wer entscheidet über den Einsatz lebenserhaltender Maßnahmen?

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die nahen Angehörigen – zum Beispiel der Ehepartner, der Lebensgefährte oder die Kinder – befugt sind, die im Falle eines Falles notwendigen Entscheidungen zu treffen. „Gesetzmäßig ist ein Arzt verpflichtet, das Leben eines unheilbar erkrankten, sich im Sterbeprozess befindlichen Patienten zu erhalten“, erklärt Annette Kukule. Dazu gehören Maßnahmen wie Dialyse, Bluttransfusionen und Beatmung.

Warum ist eine Patientenverfügung so wichtig?

Nur eine Patientenverfügung wahrt das Recht auf Selbstbestimmung bei der Wahl der Behandlungsmethode oder bei der Frage eines Abbruchs der Behandlung. „Im Prinzip sollte sich also eigentlich jeder Erwachsene rechtzeitig um seine Patientenverfügung kümmern. „Sie ist das stärkste Instrument der Selbstbestimmung, wenn man sich nicht mehr äußern kann“, erklärt Eugen Brysch von der Deutschen Hospiz-Stiftung.

Welche Formalien müssen bei der Erstellung eingehalten werden?

Eine Patientenverfügung muss immer schriftlich vorliegen und beinhaltet, ob, wie und in welcher Situation man ärztlich behandelt werden will. Dabei sollte sie so detailliert wie möglich sein, um Klarheit zu schaffen. Jede Person, die eine Patientenverfügung erstellt und unterschreibt, sollte aber so aufgeklärt sein, dass sie sich der Konsequenzen ihrer Entscheidungen bewusst ist. Jeder, der eine Patientenverfügung hat, kann diese jederzeit aktualisieren, verändern, ergänzen oder verwerfen, wenn er seine Einstellung geändert hat.

Was gibt es im Vorfeld zu beachten? Wo kann man sich Hilfe holen?

„Auf jeden Fall sollte man sich nicht auf Vordrucke verlassen, sondern ärztliche Beratung einholen“, rät Annette Kukule von der Hospizgruppe Eschwege. Nur so habe man die Möglichkeit, Details nachzufragen und sich für Laien vielleicht unverständliche medizinische Abläufe erklären zu lassen.

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