Eric Wehrlin trat auf Einladung der neuen Freien Evangelischen Gemeinde im E-Werk auf

Mit Humor und missionarischem Eifer

Manchmal illustrierte Eric Wehrlin, ein studierter Musiker, seinen Vortrag mit kurzen, sehr suggestiven Cello-Einlagen. Foto: Greim

eschwege. Ein Abend mit vielen Aspekten - und irgendwie ohne eine klare Linie. Nachdem im Vorprogramm die Ben Hegen Highlanders mit gefälligen schottischen Weisen das Publikum musikalisch unterhalten hatten, betrat Eric Wehrlin die Bühne und bot dem zahlreich erschienenen Publikum sein als Comedy-Theaterabend tituliertes Programm „Espresso-Bibel - in 80 Minuten um die Welt des Knüllers“.

Der in der Schweiz geborene und aufgewachsene Comedy-Schauspieler, Jahrgang 1961, hatte sich viel vorgenommen: in anderthalb Stunden die Welt der Bibel vorzustellen und schmackhaft zu machen - ein eigentlich fast aussichtsloses Unterfangen.

Und so musste sich der Künstler auf Weniges konzentrieren. Manchmal pointiert-lustig, manchmal, vor allem gegen Ende, mit missionarischem Eifer - was wohl der Absicht des Abends entsprach, handelte es sich doch um eine Veranstaltung der neu gegründeten Freien Evangelischen Gemeinde Eschwege.

Der beste Teil des Abends war der Anfang mit der besonders unterhaltsam erzählten Schöpfungsgeschichte und einer komprimierten Zusammenfassung bis zu Abraham - alles gespickt mit einigen geistreichen Pointen (etwa: Gott schuf den Menschen, weil er mit den Affen nicht zufrieden war).

Mit wenigen Hinweisen auf die ersten Könige und auf Hiob wurde der Rest des Alten Testaments mit wenigen Worten abgegolten - bis auf die beliebte Geschichte Jonas’, die von Eric Wehrlin mit viel körperlichem Einsatz humorvoll nachgespielt wurde. Mehr Raum wurde dem neuen Testament gewidmet, vor allem natürlich der Gestalt Jesu. Hier war der Künstler kein Comedian oder Schauspieler, er wirkte eher wie ein Bekenntnis ablegender, leidenschaftlicher Christ.

Und nach dem starken Applaus beendete er den Espresso-Abend mit der uralten Fabel von der Verteilung des männlichen Lebensalters, wie Gott es bei der Schöpfung festlegte: zwanzig Jahre als Mann, vierzig als Esel, zwanzig als Hund und zehn als Affe.

Von Francisco Pujiula

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