Hygiene auf hohem Niveau

Klinikum Werra-Meißner investiert 100 000 Euro in Desinfektionssystem

Thermo-Desinfektor: Silke Repp belädt die Waschmaschine mit medizinischem Gerät. Zur Dokumentation des Reinigungsprozesses werden die Daten gescannt und archiviert. Fotos: Sagawe

Eschwege. Vorteile des neuen Desinfektionssystems in der Endoskopie im Eschweger Krankenhaus sind für die Mitarbeiter die größere Bedienfreundlichkeit und für die Patienten die erhöhten Hygienestandards. Rund 100 000 Euro hat das Klinikum Werra-Meißner in die neue Anlage am Standort in der Kreisstadt investiert.

„In zwei getrennten Räumen werden auf der „unreinen Seite“ die gebrauchten Endoskope in Transportkassetten in die Thermo-Desinfektoren gestellt, und auf der „reinen Seite“ werden die gereinigten Instrumente entnommen“, erklärt Chefarzt Dr. Heinz Berkermann. Als weiteren Vorteil nennt Berkermann die niedrige Prozesstemperatur: „Die Endoskope können ohne Auskühlzeit sofort wieder eingesetzt werden.“

Neben der Investition in die technische Anlage wurden auch die Räumlichkeiten in dem Krankenhaus umgebaut. Die neuen Waschmaschinen haben zwei Aufbereitungsbecken, die getrennt voneinander bedient werden. „Das spart Zeit und stellt die Endoskope schneller zur Verfügung“, sagt Dr. Berkermann. Der Reinigungsvorgang funktioniere in geschlossenen Kreisläufen mit automatischer Einzelkanalüberwachung. Patienten- und Anwenderdaten würden per Barcode erfasst und dokumentiert. Auf diese gespeicherten Daten hat das Klinikum auch Jahre später noch Zugriff. „Jeder Patient hat die Gewissheit, mit optimal aufbereiteten Instrumenten ohne Keimhaftung untersucht zu werden“, versichert Dr. Heinz Berkermann.

Die gesamte Aufbereitungszeit betrage etwa 35 Minuten. Zur Desinfektion werde eine ph-neutral Lösung verwendet und ohne für die Mitarbeiter schädliche Dämpfe gearbeitet.

Nach der Reinigung - vor dem automatisierten Hauptwaschgang steht die manuelle Vorabreinigung - lagern die Instrumente in einem Spezialschrank, der Restfeuchte in den Kanälen der Geräte verhindert. Darüber hinaus würden alle Geräte zusätzlich durch das externe Labor des Klinikums in Kassel auf Kontaminierung und Keime überprüft.

Von Harald Sagawe

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