Ingmar Stadelmann im Interview

„Ich suche die Komik im Alltag“

Ingmar Stadelmann

Mit seinem Programm „Was ist denn mit den Menschen los?“ ist er derzeit in Deutschland unterwegs. Der Comedian und Radiomoderator Ingmar Stadelmann tritt heute um 18 Uhr im Kleinkunstzelt auf. Wir haben vorab mit ihm über Eschwege, seine ganz eigenen Vorbereitungen auf seine Shows und über Heinz Erhardt gesprochen.

Haben sie zuvor schon mal etwas von Eschwege gehört?

Ingmar Stadelmann: Ja, natürlich. Dadurch das ich bei EinsLive moderiere, bin ich durchaus mit Eschwege schon mal in Berührung gekommen. Ich weiß, dass ich auf jeden Fall schon mal durchgefahren bin.

Bevor Sie mit Ihrem Programm starten, testen Sie manchmal vorher ihr Publikum, was es für einen Humor hat?

Stadelmann: Da bin ich ja gnadenlos. Wenn die Leute da sind, dann müssen sie meinen Humor mögen. Ich merke schon, was für Vibes da sind und welche nicht da sind. Meine Mission ist eher, die Leute dahin zu führen, wo sie vorher noch nicht gelacht haben. Dazu kann man das Publikum auch ruhig mal ab und zu vor den Kopf stoßen.

Können Sie einen kleinen Vorgeschmack geben, auf was sich die Zuschauer heute freuen können?
Stadelmann: Es wird eine Reise an die Grenzen des menschlichen Verstandes. Wir werden jede Menge Beziehungsgeschichten durchdeklinieren. Die große Frage der Show ist ja „Was ist denn los mit den Menschen?“. Dementsprechend beleuchte ich das aus allen Winkeln und Perspektiven. Da spielt die Stadt Berlin und das Internet eine große Rolle und natürlich auch die Menschen. Ich versuche mich dann auch gerne über Sachen aufzuregen, die eigentlich völlig banal sind.

Wenn Sie unterwegs sind, machen Sie sich dann zwischendurch auch mal Notizen, wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches auffällt? Stadelmann: Ja, eigentlich durchgehend. Ich spreche die Dinge eigentlich immer in mein Telefon rein oder ich schreibe mir selbst eine SMS mit Hinweisen, damit ich sie selbst nicht vergesse. Ich suche die Komik im Alltag. Da reicht es einfach schon, wenn man sich im Bus oder in der Stadt ein Stück rauszoomt und ein Stück Abstand nimmt und noch mal reflektiert, was man gerade für ein Gespräch belauscht hat.

Wenn die Zuschauer heute aus Ihrer Show gehen, an was sollten sie sich dann erinnern?
Stadelmann: Im besten Fall an mich. Als Comedian hat man immer das große Ziel, dass die Gagdichte so hoch ist, dass hinterher keiner mehr weiß, über was er gelacht hat. Wenn man sich an einen einzelnen Gag erinnert, dann ist das meistens schlecht, weil der Rest nicht so richtig gut war. Im Prinzip sollen sie sich an gar nichts erinnern. Sie sollen einfach rausgehen und sagen „krasser Typ“ und sich fragen, über was sie eigentlich gerade gelacht haben. Das wäre das Ziel.

Mittlerweile gibt es sehr viele Comedians. Gibt es da jemanden, wo Sie sagen können, dass das was er gemacht hat, etwas Besonderes war?
Stadelmann: Es gab immer ein paar Ausnahmeerscheinungen. Heinz Erhardt zum Beispiel hat damals Tabus gebrochen und Sachen gesagt, die Leute damals normalerweise nicht gesagt haben und Sachen gemacht, die Leute so nicht kannten. Deswegen war der so gut und so erfolgreich. Heinz Erhardt kann man schon gut finden. Auch wenn das natürlich nicht das ist, was ich tue. Das was ich tue, hat eher damit zu tun, was englische Comedians machen.

Von Franziska Kiele

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