Kritik an Arbeit des Zoll – Innung sieht Schwerpunkt anderswo

Werra-Meißner: IG Bau fordert mehr Kontrollen auf dem Bau

Werra-Meißner. Baufirmen im Werra-Meißner-Kreis sollen wegen Schwarzarbeit häufiger Besuch vom Zoll bekommen. Dies fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mit Blick auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums.

Danach kontrollierten Beamte im gesamten Bereich des zuständigen Hauptzollamts Gießen, zu dem auch der Werra-Meißner-Kreis gehört, im vergangenen Jahr insgesamt 425 Bauunternehmen – das seien rund drei Prozent weniger als im Vorjahr, sagt Bezirksvorsitzender Klaus Michalak von der IG-Bau Nordhessen. 

Hierbei leiteten die Zöllner 39 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne ein. Der Schaden wegen hinterzogenen Steuern und Sozialabgaben habe sich auf rund 38 Millionen Euro belaufen.

Die IG Bau Nordhessen nennt die Zahlen laut ihrer Pressemitteilung „alarmierend“. Zahlen konkret für den Werra-Meißner-Kreis legt Michalak allerdings nicht vor. Vom Hauptzollamt Gießen gibt es ebenfalls keine genaueren Zahlen zu Kontrollen und Ermittlungsverfahren – aus einem einfachen Grund: „Wir erfassen keine landkreisbezogenen Daten“, lautet die Auskunft Pressesprecher Michael Bender. Den geringen Rückgang der Kontrollen erklärt er damit, dass die Arbeit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit auf risikoorientierte Kontrollen umgestellt wurde und das Verfolgen organisierter Formen der Schwarzarbeit zu einem Schwerpunkt gemacht wurde.

Auch Obermeister Robert Kunz (Witzenhausen) von der Bau-Innung Werra-Meißner kann die Forderungen der Bau-Gewerkschaft gerade für den Landkreis nicht nachvollziehen. Schwarzarbeit sei zwar überall ein Thema, aber komme viel stärker bei ganz großen Firmen vor. Im Werra-Meißner-Kreis seien nur mittelständische Unternehmen ansässig und keine „wirklichen Großbetriebe“.

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