Anwohner am Ginsterweg beschweren sich – Bauhof: Werden der Lage nicht Herr

Illegaler Müll lockt Ratten

Besorgt und verärgert: Daniel Höft wohnt seit August im Ginsterweg und ärgert sich über den illegal abgeladenen Müll auf dem Hang hinter den Häuser (kleines Bild), der auch vermehrt Ratten anlockt. Fotos: Rissmann

Eschwege. Essensreste, Verpackungen, Möbel und Autoteile – in der Wohnsiedlung am Ginsterweg im Eschweger Stadtteil Heuberg ist der Unmut mancher Anwohner groß: Dort türmen sich am Hang neben dem Fußweg riesige Müllberge. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Mieter Daniel Höft. Der 30-Jährige lebt seit August im Ginsterweg und ist entsetzt über den Unrat, der auch massiv Ratten anlockt.

„Es wird auch immer schlimmer, es gibt mehrere Abladestellen entlang des Hangs“, sagt Höft. Wer genau den Müll dort ablade, könne er nicht sagen, beobachtet habe er noch nichts. Höft hat wegen des Mülls schon mehrfach Kontakt zum Vermieter Wohnstadt aufgenommen sowie in der Stadtverwaltung angerufen. „Passiert ist aber nichts“, sagt er und fühlt sich im Stich gelassen. Auch seine Nachbarin Stefanie Köhler berichtet, dass sie schon den Bauhof informiert habe – doch der Müll sei immer noch da.

„Es wird auch immer schlimmer, es gibt mehrere Abladestellen entlang des Hangs.“

Daniel Höft Anwohner

„Ich gehe hier jeden Tag mit meinem Hund spazieren und habe noch keinen Bauhof-Mitarbeiter am Hang aufräumen sehen“, sagt sie. Das bestätigt auch Höft: „Die fahren hier nur mit ihrem kleinen Reinungswägelchen lang und lesen vereinzelten Müll am Fußweg auf, aber am Hang wird es immer schlimmer“, sagt er.

Köhler ist besonders besorgt, da sie beim Gassigehen mit Hündin Luna in der vergangenen Woche auch eine benutzte Spritze entdeckt hat. „Die haben wir natürlich entsorgt, hier wohnen ja auch viele Kinder“, sagt sie. Man wisse aber nicht, was dort alles auf dem Hang abgeladen sei. „Die Kinder toben hier überall rum, da ist dieser Müllberg einfach kein Zustand“, sagt sie. Zudem wollen weder Höft noch Köhler wissen, wie es wohl immer Sommer stinken wird.

Problem ist bekannt

Das Problem ist dem Bauhof bekannt, sagt der stellvertretende Betriebsleiter Markus Köthe: „Allerdings werden wir der Lage nicht Herr.“ Seit dem Anruf seien Mitarbeiter des Bauhofes bereits zweimal vor Ort gewesen und hätten den Müll beseitigt – und einige Tage später sei es wieder genauso schlimm gewesen.

Ärgerlich, findet Köthe, denn gerade an dem steilen Hang seien die Aufräumarbeiten sehr anstrengend und mühsam. Er vermutet, dass einige Anwohner aus den oberen Stockwerken ihren Hausmüll einfach aus dem Fenster werfen. „In dem Gebiet haben wir auch große Probleme mit der Mülltrennung, dort wird einfach alles in eine Tonne geworfen“, sagt er. Einmal im Jahr gebe es deshalb eine große Aufräumaktion. Die sei auch für dieses Jahr bereits in Planung, doch viel Hoffnung hat Köthe nicht: „Spätestens nach zwei Wochen wird es wieder so aussehen wie vorher.“

Von Diana Rissmann

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