Maienzug und Apfelkuchen

Im Erzählcafé plaudern Senioren über das alte Eschwege 

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Im Erzählcafé: Über das alte Eschwege reden die Besucher des Erzählcafés bei Kaffee und Kuchen. Hertha Darimond und das Seniorenforum der Kreisstadt laden dazu ein.

„Wer kann mir etwas erzählen?“, fragt Hertha Darimond vom Seniorenforum Eschwege regelmäßig. Senioren kommen auf ihre Einladung hin regelmäßig in der Pippartschen Scheune in Eschwege zusammen, um über "damals" zu reden. 

Es gibt Apfelkuchen und Kaffee. Der Buchstabe M ist an der Reihe: Mädchenschule, Maienzug, Mädchenturnverein sind die Stichworte. Und Maluvius-Haus – Manfred Heide kann sich gut daran erinnern, wie die Ecke Stad-Forstgasse aussah, bevor die heutige Bebauung dort hochgezogen wurde. Das erzählt er den Männern und Frauen, die sich an diesem kühlen Januarnachmittag in der Pippartschen Scheune in Eschwege getroffen haben und über das alte Eschwege reden.

„Wer kann mir etwas erzählen?“, fragt Hertha Darimond vom Seniorenforum dort regelmäßig. Ein halbes Dutzend meist ältere Menschen kommen zusammen, erinnern sich, tauschen Anekdoten aus, reden über das Stadtleben zu früheren Zeiten. Vieles ist aus der eigenen Erinnerung. Einiges haben die Eltern oder die Großeltern erzählt. An diesem Nachmittag drängen sich fast dreißig Männer und Frauen um den alten gusseisernen Ofen.

Das Maluvius-Haus

„Alle kleinen Städte wollten auch etwas Modernes haben“, vermutet Hertha Darimond als Grund für die seinerzeitigen Bausünden am Stad in Eschwege, wo das Fachwerk dem Beton weichen musste. Das Verschwinden des Maluvius-Haus ist ein Beispiel dafür und war gestern Stichwortgeber für das Seniorenforum. Zum Maienzug weiß Hertha Darimond, dass „die kleinen Jungs die großen Bäume getragen haben“. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Bei der Erinnerung an die Mädchenschule gehen die Erinnerungen auseinander. Die heutige Volkshochschule auf dem Schulberg und frühere Brüder-Grimm-Schule wird von einigen Gesprächsteilnehmern als einstige Mädchenschule identifiziert, aber nicht als die höhere Mädchenschule. Das soll die spätere Leuchtbergschule und heutige Brüder-Grimm-Schule gewesen sein. Eine Mittelschule und eine Realschule kommen auch noch in die Diskussion, und Manfred Heide erzählt von seiner Grundschulzeit auf dem Eschweger Schulberg, wo nicht weit entfernt auch eine Hilfsschule Kindern beim Weg ins Leben geholfen haben soll.

Spezielle Turnvereine für Mädchen 

Kaum vorstellen könne man sich, wie die Mädchen seinerzeit in den speziell für sie eingerichteten Turnvereinen in den Hosenröcken über die Böcke gesprungen seien, erzählt Hertha Darimond und zeigt dazu passende Fotos. Manfred Heide bietet an: „Dazu kann ich mal einen Film mitbringen.“ Und Hertha Darimond weiß: „Herbert Fritsche war auch mal in so einem Turnverein.“

Nach den Erinnerungen zu den Stichworten mit dem Anfangsbuchstaben M zeigt Heide einen Film zur deutsch-deutschen Vergangenheit.

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