Im Kreis leben 828 geschützte Tiere - Halter müssen strenge Auflagen erfüllen

Werra-Meißner. Reptilien sind im Trend, aber auch exotische und geschützte Vögel werden gerne gehalten – im August 2017 waren im Werra-Meißner-Kreis 828 Tiere beim Regierungspräsidium (RP) registriert, die als geschützte und meldepflichtige Arten gelten.

Laut Andrea Caßelmann vom RP stehen Europäischen Landschildkröten mit 332 Exemplaren ganz oben auf der Liste. Papageien wie Graupapageien gibt es 261 im Kreis, sonstige Vögel wie zum Beispiel heimische Waldvögel sind 92 registriert.

Während das RP für die Kontrolle des Handels mit artengeschützten Tieren zuständig ist und laut Caßelmann regelmäßig vor allem Zoogeschäfte und Züchter kontrolliert, liegt die Kontrolle der artgerechten Haltung beim Veterinäramt des Kreises. „Anlass bezogen werden auch gemeinsame Kontrollen durchgeführt“, so Caßelmann.

Die Haltungsbedingungen stehen in der Bundesartenschutzverordnung. Hier heißt es in Paragraf 7 unter anderem, dass besonders geschützte Wirbeltiere nur von zuverlässigen Personen mit Kenntnissen in Haltung und Pflege gehalten werden dürfen.

Laut Kreis-Pressesprecher Jörg Klinge gibt es durch das Veterinäramt alle zwei Jahre Kontrollen in der Reptilienauffangstation Sontra. Zudem werden jährlich fünf bis zehn andere Tierhalter kontrolliert, wenn eine Anzeige vorliegt. Hier gibt es ein bis zwei unangekündigte Kontrollversuche, danach gegebenenfalls mit Terminvereinbarung.

Bei etwa 60 Prozent der Tierschutzkontrollen werden nach Angaben von Klinge Verstöße festgestellt, die Auflagen an die Tierhalter erforderlich machen. Müssen Tiere beschlagnahmt werden, kommen sie in geeignete Tierhaltungen, artgeschützte Tiere werden in der Regel in Wildtierauffangstationen untergebracht. Vor zwei Jahren wurde ein Javaneraffe laut Klinge in eine entsprechende Station in Niedersachsen gebracht. (nde)

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