Im Werra-Meißner-Kreis bleiben Austritte aus Kirchen konstant

Werra-Meißner. Obwohl Kirchenaustritte seit einem Jahr nun bei den Kommunen vorgenommen werden können, haben weder die evangelische noch die katholische Kirche im Werra-Meißner-Kreis mit einem erhöhten Mitgliederschwund zu kämpfen.

Wenn überhaupt, habe das vereinfachte Verfahren, dank dem man statt zum Amtsgericht in Eschwege seit vergangenem März nur noch zum Rathaus seiner jeweiligen Gemeinde gehen muss, nur einen geringen Effekt auf die Austritte gehabt, sagt Martin Arnold, Dekan im Kirchenkreis Eschwege. Auch im Kirchenkreis Witzenhausen sind die Zahlen laut Dekanin Ulrike Laakmann konstant.

Bei einem Austritt würden finanzielle Gründe laut den Dekanen oft eine Rolle spielen. „Manchmal stehen aber auch Lebenskrisen im Hintergrund“, sagt Arnold. In den wenigsten Fällen sei der Kirchenaustritt jedoch mit einer Absage an den Glauben verbunden. Diese Erfahrung hat auch Laakmann gemacht, die die Witzenhäuser Eintrittsstelle im Margarethenladen in der Innenstadt betreut. Als Auslöser für den Wiedereintritt nennt sie ein mögliches Patenamt oder den Wunsch, die kirchliche oder diakonische Arbeit zu unterstützen.

Um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken, drücke die Kirche mit Glaubenskursen und innovativen Gottesdiensten „unseren Glauben immer neu einladend und aktuell“ aus, sagt Laakmann. Die vielfältige Arbeit in Seelsorge, Diakonie, Familienbildungsstätte ist laut Arnold die beste Werbekampagne.

Auch wenn die Zahlen für 2017 noch nicht vorliegen, rechnet Christof Ohnesorge, Sprecher des Bistums Fulda, für die Pastoralverbünde im Kreis nicht mit mehr Austritten durch die Gesetzesänderung. Mit Angeboten zur Aussprache und Anschreiben bemühe man sich um ausgetretene Mitglieder. „Darüber hinaus gibt es viele missionarische Initiativen, wie das Nightfever für junge Leute.“

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