Neurologen und Urologen fehlen bereits

Im Werra-Meißner-Kreis droht ein Facharzt-Mangel

Hann. Münden / Klinikum / Arzt misst Blutdruck eines Patienten

Werra-Meißner. Neurologen und Urologen fehlen im Werra-Meißner-Kreis bereits: Noch steht die fachärztliche Versorgung zwar gut da – allerdings zeichnet sich bereits ein drohender Mangel an Ärzten sämtlicher Fachrichtungen ab.

Noch liegt laut der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV Hessen) bei den meisten Facharztgruppen eine ausreichende Deckung vor. Doch: „Wir sind in Hessen nur wenige Schritte von einem echten Ärztemangel entfernt“, sagt KV-Pressesprecherin Petra Bendrich.

Verstärkt wird das Problem durch den relativ hohen Altersdurchschnitt der Fachärzte: Laut der KV Hessen sind in drei von fünf Kommunen im Kreis die Hälfte der Fachärzte bereits über 55 Jahre alt, ausgenommen sind Witzenhausen und Eschwege. Das Problem: Wer zum Facharzt muss, muss künftig mit immer weiteren Anfahrtswegen rechnen. „Gerade für ältere Patienten ist das aber eine Zumutung“, sagt der Eschweger HNO-Arzt Dr. Jörg Brauneis.

Er bemängelt, dass das gestiegene Durchschnittsalter der Bevölkerung bei der Berechnung der Versorgungsquote nicht genügend Berücksichtigung findet. „Ältere Patienten sind in der Regel häufiger und chronisch krank und haben einen viel höheren Versorgungsaufwand“, sagt Brauneis. Für ihn gehöre es zur Lebensqualität dazu, dass man auch im hohen Alter keine langen Anfahrtswege zum Facharzt hat. Er fordert ganz klar mehr finanzielle Unterstützung, um junge Fachärzte auf das Land zu locken. „Der Hausarztmangel ist in der politischen Diskussion angekommen, aber bei den Fachärzten wird es noch nicht so wahrgenommen“, sagt Brauneis.

Ilona Pfetzing, Patientenfürsprecherin am Klinikum Werra-Meißner, sind noch keine Klagen über fehlende Fachärzte zu Ohren gekommen: „Bemängelt wird aber eine fehlende Kinderstation am Klinikum, die Eltern müssen dann bis Eisenach oder Mühlhausen fahren.“

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