Neuer Player im Abfallzweckverband

Im Werra-Meißner-Kreis wird ab Juli der Biomüll durchleuchtet

Wer seine Biomülltonne falsch befüllt, der muss sie demnächst selbst aussortieren. Denn dann wird sie nicht mehr geleert. 
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Wer seine Biomülltonne falsch befüllt, der muss sie demnächst selbst aussortieren. Denn dann wird sie nicht mehr geleert. 

Wer seine Biomülltonne falsch befüllt, der muss sie demnächst selbst aussortieren. Denn dann wird sie nicht mehr geleert.

Werra-Meißner – Ab Juli übernimmt die Weisgerber Umweltservice GmbH die Einsammlung von Rest- und Sperrmüll, Bioabfall, Altpapier und Elektro-Altgeräten in den Städten und Gemeinden des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Werra-Meißner-Kreis (AZV), teilt der Verbandsvorsitzende Friedhelm Junghans mit. Das Unternehmen sei günstigster Bieter der EU-weiten Neuausschreibung der Logistik im vergangenen Jahr gewesen.

Eigentlich sollte der Auftrag bereits am 1. Januar 2021 starten (wir berichteten). Ein Klageverfahren des bisherigen und bei der Ausschreibung unterlegenen Entsorgers, die Firma Fehr, löste die Verzögerung aus. „Die Rechtmäßigkeit der Vergabe ist zwischenzeitlich juristisch bestätigt“, sagt der Verbandsvorsitzende Friedhelm Junghans. Der Abfallkalender bleibe mit allen Terminen bis zum Jahresende gültig.

Eine Sache wird sich für die Bürger des AZV künftig ändern: Weil es zunehmend Probleme mit Restmüll und anderen Fremdstoffen im Bioabfall gebe, die hohe Kosten verursachen und die Kompostqualität beeinträchtigen würden, seien die Sammelfahrzeuge für den Bioabfall zusätzlich mit Störstoffdetektoren ausgerüstet (wir berichteten).

Entsorger hat seinen Sitz in Südhessen 

Das mittelständische Entsorgungsunternehmen Weisgerber Umweltservice hat seinen Sitz im südhessischen Wächtersbach im Mainz-Kinzig-Kreis. Die Niederlassung im Werra-Meißner-Kreis befindet sich im Industriegebiet in Hessisch Lichtenau. Dort erfolgt der Betrieb übergangsweise in Containern, die Errichtung einer dauerhaften Betriebsstätte sei aber vorgesehen. Betreut werden im Kreis 13 Kommunen – ausgenommen sind die Städte Eschwege, Sontra und Witzenhausen. (mmo)

Diese könnten Fremdstoffe wie Plastik erkennen und entsprechende Informationen der betroffenen Biotonnen zusammen mit den Leerungsdaten speichern. „Nach einer Testphase ist vorgesehen, alle zur Leerung bereitgestellten Biotonnen zu kontrollieren und Verstöße gegebenenfalls zu ahnden“, sagt Junghans, der betont, dass sich das Problem durch den gesamten Landkreis ziehe.

Zunächst wird es laut Junghans ein Kartensystem geben: Betroffene Biotonnen würden mit einer gelben Karte versehen. Der Kunde habe dann die Möglichkeit, die Fremdstoffe zu entfernen, und beim nächsten Mal werde die Tonne geleert. Bei einem wiederholten Verstoß gebe es die rote Karte, die Tonne werde nicht mehr geleert. Dann müssten die Betroffenen ihren Biomüll in der Restmülltonne entsorgen. Es gelte aber Erfahrungswerte zu sammeln, beispielsweise für den Fall, wenn sich mehrere Mietparteien in einem Haus eine Tonne teilen.

Von Maurice Morth

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