125 Jahre alt

Zufällig herausgefunden: Imkerverein Eschwege wurde im Jahr 1895 gegründet und feiert das jetzt

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Forscht in der Imkergeschichte: Marie-Christin Krüger. Die Historikerin setzt sich mit der Vergangenheit des Jubiläumsvereins auseinander.

Am Wochenende des 21./22. März feiert der Imkerverein Eschwege sein 125-jähriges Bestehen. Imker aus ganz Hessen werden dazu in Eschwege erwartet. Wir schauen in die Geschichte. 

Die Gründung des Eschweger Imkervereins im Jahr 1895 lässt sich erst seit gut vierzig Jahren präzise belegen: 1979 wurde auf einem Dachboden mehr oder weniger zufällig ein Protokollbuch gefunden, das die Existenz des Vereins seit Ende des 19. Jahrhunderts belegt. Imker gab es in Eschwege lange vor der Vereinsgründung. Die erste Erwähnung erfolgte bereits 1771.

Geschichte des Imkervereins aufgearbeitet

Marie-Christin Krüger hat im Stadtarchiv geforscht und die Geschichte des Eschweger Vereins, der heute 93 Mitglieder zählt, aufgearbeitet. Schwerpunkte waren die Kriegsjahre zwischen 1914 und 1918 sowie zwischen 1939 und 1945. Eine weitere wichtige Rolle ihrer Arbeit spielten die Vorkriegsjahre während des Nationalsozialismus. Imker waren von Gleichschaltung und Vereinnahmung betroffen wie die übrigen Vereine und Organisationen. Gesellschaftlich, politisch und religiös Verfolgte wurden auch aus den Vereinen ausgeschlossen.

Aktuelle Probleme für Imker

Aktuelle Probleme für die Imkerei sind neben dem Einsatz von Glyphosat vor allem die Monokulturen und fehlenden Blühflächen. Großimker stellen ebenfalls ein Problem dar. Jedes Jahr werden 500 Bienenvölker in der Region untergestellt, die Krankheiten mit sich bringen. Insbesondere Faulbrut wird von den heimischen Imkern in diesem Zusammenhang genannt. In Mangelzeiten spielte die Honiggewinnung eine besondere Rolle. Honig hat eine leicht antibakterielle Wirkung und wurde im Ersten Weltkrieg noch im Gesundheitssystem genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Imker verpflichtet, Mengen ihres Honigs abzugeben. Das Produkt war stets auch Lebensmittel und eine zusätzliche Nahrungsquelle. In der Weimarer Republik und nach dem Zweiten Weltkrieg lohnte die heimische Imkerei oft wegen preisgünstiger Importe nicht.

Bienenzucht ist heute für Imker meistens ein Hobby

Heute sind Bienenzucht und Honiggewinnung in erster Linie Hobby. Gleichzeitig gilt das Produkt als natürliches Lebensmittel. Zunehmend Frauen begeistern sich für die Imkerei. Im Jubiläumsverein ist jedes fünfte Mitglied weiblich.

Imker aus ganz Hessen treffen sich in Eschwege

Imker aus ganz Hessen versammeln sich am Wochenende vom 20. bis zum 22. März zu ihrer Jahrestagung in Eschwege. Am Freitag und am Samstag beschäftigen sich die Delegierten der Orts- und Kreisvereine mit internen Themen, für den Sonntag ist die Bevölkerung in die Stadthalle eingeladen. 500 Besucher werden erwartet. Die Fachtagung mit Verkaufsmesse beginnt um 9.30 Uhr. Zwei Vorträge stehen auf dem Programm: über Wildbienen und über Imkereierzeugnisse. Parallel findet im Foyer eine Messe mit breit gefächertem Angebot statt. Das Jubiläum wird außerdem mit einem Fest im Sommer auf dem Vereinsgelände hinter der Jugendherberge gefeiert.

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