Interview mit Open-Flair-Chef Alexander Feiertag über das Festival und sein persönliches Highlight

Immer wieder ein kleines Wunder

Familienangelegenheit: Die Söhne mit dabei: Flairchef Alexander Feiertag mit Linus (links) und Leander beim Open Flair 2012. Fotos: WR

Eschwege. 20 000 Rockfans stürmen die Stadt, doch Open-Flair-Chef Alexander Feiertag bleibt gelassen. „Wenn alles gut vorbereitet ist, habe ich wenig zu tun und kann das Festival genießen“, sagt er im Interview, das WR-Chefredakteur Dieter Salzmann mit ihm führte.

Werra-Rundschau: Herr Feiertag, das Open Flair ist am Start, wie fühlen Sie sich?

Alexander Feiertag: In freudiger Erwartung. Es ist schon immer etwas Aufregendes.

Wenn man Sie auf dem Festival sieht, wirkt es immer so, als hätten Sie eigentlich nichts zu tun. Ist das so?

Feiertag: Meine Aufgabe ist ja, das Festival vorher zu organisieren. Wenn ich das dann gut organisiert habe, dann habe ich während des Festivals tatsächlich nichts mehr zu tun. Das ist der Optimalfall. Meine Aufgabe besteht dann eher im Troubleshooting - zu gucken, ob irgendwo etwas anbrennt und dann einzugreifen. Wenn das Open Flair rund läuft und nichts Unvorhergesehenes passiert, dann hab ich überhaupt nichts zu tun.

Das heißt, Sie können das Flair richtig genießen.

Feiertag: Ja.

Was ist das Besondere am Open Flair 2013?

Feiertag: Das werde ich immer wieder gefragt. Dass es stattfindet. Es ist schon jedes Jahr ein ganz irrer Aufwand. Wir bauen schon seit zwei Wochen auf. Man muss nur einmal zusammenzählen, wie viele Helfer hier im Einsatz sind, wie viele Lastwagenladungen ankommen, wie viel Know-how nötig ist, um das Festival auf die Beine zu stellen. Wenn man bedenkt, dass die Arbeiten zum größten Teil von freiwilligen Helfern geleistet werden, dann ist das immer wieder ein kleines Wunder, das sich ereignet. Und das ist das Besondere jedes Jahr.

Jetzt doch noch einmal zurück zum Jahr 2013.

Feiertag: Wir haben uns dafür entschieden, den Mittwoch als Festivaltag vorweg zu setzen, da wir aus den letzten Jahren wissen, dass viele Besucher bereits Montag, Dienstag und Mittwoch anreisen. Und denen wollen wir schon etwas bieten. Zum anderen suchen wir in der Festivallandschaft auch nach Alleinstellungsmerkmalen für das Open Flair. Wir gucken, wie wir da die Nase vorn haben können. Wir haben bereits mit dem Donnerstag gute Erfahrungen gemacht und probieren nun, ob unsere Vorparty am Mittwoch auch so gut ankommt. Das wäre dann ein echter Vorsprung gegenüber anderen Festivals, die nur drei oder vier Tage anbieten.

Probieren heißt, dass der Mittwoch für das nächste Jahr noch nicht gesetzt ist.

Feiertag: Genau. Wir werten das anschließend aus. Dann setzen wir uns mit der Stadt Eschwege zusammen und entscheiden gemeinsam, ob der Mittwoch bleibt.

Wird denn, wenn der Mittwoch bleibt, der Donnerstag zum kompletten Festival-Tag?

Feiertag: Das ist immer mal wieder eine Überlegung, aber da ist noch nichts entschieden.

Werden möglicherweise die Tickets teurer?

Feiertag: Die Tickets müssen immer teurer werden. Es gibt ganz einfach die Teuerungsrate. Wenn ich mir die Kalkulation ansehe, da kommen in jedem Jahr ein paar Prozent hinzu. Aber wir erwarten jetzt keinen großen Preissprung, so nach dem Motto: Wir machen jetzt einen Tag mehr und müssen daher 20 Prozent mehr aufs Ticket draufschlagen. Das wäre nicht machbar.

Was sind denn Ihre Favoriten in diesem Jahr?

Feiertag: Mein absoluter Favorit ist Biffy Clyro. Das ist im Moment meine Band die ich auch im Auto rauf- und runter- höre. Das ist ein Welt-Highlight, nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa und darüber hinaus. In der Kleinkunst werde ich mir die „Jungen Berliner“ ansehen. Da haben wir eine ganz junge, ganz frische Truppe eingeladen. Man kann gar nicht genau sagen, was die sind - Komödianten oder Kabarettisten. Einfach toll.

Nächstes Jahr ist ja 30. Open Flair. Gibt’s dafür schon besondere Pläne?

Feiertag: Wir sind schon seit Mai mit Künstlern und Agenturen im Gespräch. Natürlich wissen die, dass man bei einem 30. als Veranstalter noch mal eine Schippe drauflegen will. Ich bin da ganz hoffnungsfroh, es sind aber noch keine Verträge unterschrieben. Daneben haben wir fürs nächste Jahr ein paar Spielereien vor.

Das nächste Flair liegt mitten in den Sommerferien. Ist das ein Problem?

Feiertag: Nein. Festivalbesuche werden ja langfristig geplant und in Urlaubspläne einbezogen.

In diesem Jahr kommen 20 000 Fans. Das ist Rekord. Wie weit kann das Open Flair noch wachsen? Und gibt es eine weitere große Musikbühne?

Feiertag: Zunächst: Wir haben nicht vor, von diesem Standort nahe der Innenstadt wegzugehen. Die Kombination Werdchen, Seebühne, Schlosspark ist genau die Richtige und insofern sind 20 000 Besucher unsere Obergrenze. Die Nähe zur Stadt ist ja ein Alleinstellungsmerkmal, das es bei anderen Festivals so nicht gibt. Die Fans mögen das und ich glaube, die Eschweger zu einem großen Teil mittlerweile auch.

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