Schweinepest

Importstopp für deutsches Schweinefleisch bedroht die Halter

Ferkel stehen in einer Box in einer Schweinezuchtanlage
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Ferkel stehen in einer Box in einer Schweinezuchtanlage.

Mit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (AFP) in Deutschland steht nach Ansicht des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner zu befürchten, dass sich der seit Jahren anhaltende Abwärtstrend bei der Schweinehaltung in der Region weiter beschleunigen wird.

Werra-Meißner – „Wir rechnen damit, dass Betriebe jetzt ihre Ställe leeren und auch nicht wieder aufstallen“, so die Sprecherin des Verbandes, Stefanie Wittich. Seit Jahren niedrige Schweinepreise, die Corona-Pandemie und nicht zuletzt der Skandal um den Fleischhersteller Tönnies sorgen für Verunsicherung bei den Haltern.

Vor allem der Export deutschen Schweinefleisches droht weltweit massiv einzubrechen. Denn als erstes Land hat am Donnerstag Südkorea einen Einfuhrstopp für deutsches Schweinefleisch verhängt. Stefanie Wittich geht davon aus, dass weitere Länder nachziehen.

„China hatte einen Importstopp schon lange angekündigt, sollte die Seuche auch in Deutschland ausbrechen.“ Immerhin 30 Prozent des hierzulande erzeugten Schweinefleisches wird exportiert. „Die Preise werden ins Bodenlose fallen“, so Stefanie Wittich.

Der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) geht davon aus, dass kurzfristig die Drittlandslieferungen in Märkte wie China, Japan und Korea vollständig zum Erliegen kommen.

Da es bisher nur einen bestätigten ASP-Fall in Brandenburg gibt, haben Bauernverbände bundesweit gefordert, dass die Bundesregierung sich jetzt massiv für eine Anerkennung der Regionalisierung durch Drittstaaten einsetzt, so der Präsident des Bauernverbandes Thüringen, Dr. Klaus Wagner. „Exportbeschränkungen dürfen nur dort wirken, wo die ASP auch aufgetreten ist.“

Sollte hier ein erster Fall der ASP auftreten, tritt laut Stefanie Wittich ein sofortiger Seuchen-Plan in Kraft. Um den Fundort wird eine Drei-Kilometer-Sperrzone eingerichtet. Dort sind dann weder Jagd noch das Mähen noch Getreide-Ernte erlaubt. Dann werden weitergreifende Zonen eingerichtet, die jeweils mit Auflagen verbunden sind.

Die Sprecherin appelliert an die Bevölkerung, keine Fleischwaren unbedacht wegzuwerfen, da sich das Virus nicht nur von Tier zu Tier, sondern auch über das Fleisch überträgt. Für den Menschen ist die Schweinepest ungefährlich, Wild- und Hausschweine allerdings, die nicht an der Krankheit verenden, können das Virus über sehr lange Zeit übertragen. (Stefanie Salzmann)

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