Weitere Abstellplätze in Planung

Vorstoß im Parlament: In der Innenstadt fehlen Fahrradständer

Wild geparkt: Am Lohgerberbrunnen müssen Räder an Bäumen abgestellt werden, weil die Fahrradständer fehlen.
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Wild geparkt: Am Lohgerberbrunnen müssen Räder an Bäumen abgestellt werden, weil die Fahrradständer fehlen.

In der Innenstadt fehlen Fahrradständer. Das wollen die Stadtverordneten ändern. Darin waren sich alle einig. Über die Geschwindigkeit des Prozesses herrschte allerdings Uneinigkeit.

Eschwege Die Eschweger Stadtverordnetenversammlung hat sich am Donnerstagabend in erster Linie mit Anträgen der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beschäftigt. Sie fordern ein Konzept für die Eschweger Kulturangebote und die schnelle Umsetzung von zusätzlichen Fahrradständern in der Eschweger Innenstadt.

Fahrradständer

Trotz inhaltlicher Einigkeit war es das Thema, an dem sich die Gemüter erhitzten. Grünen-Stadtverordneter Jakob Mayer hatte ausgemacht, dass es an drei neuralgischen Punkten in der Innenstadt an Fahrradständern mangele: Am Lohgerberbrunnen, am Oberen Stad/Marktstraße und zwischen Rathaus und Marktkirche. In seinem Antrag forderte er den Magistrat auf, zeitnah sogenannte Fahrradbügel zu installieren. Mit „zeitnah“ meinte Mayer „sofort“, wie er später konkretisierte.

Die Koalition aus CDU, FWG und FDP stimmte Mayers aufgedecktem Problem zu. Ihnen ging die Forderung nach unverzüglicher Umsetzung aber zu weit. „So ein Antrag gehört in den Ausschuss“, sagte FWG-Sprecher Andreas Hölzel. Neben der Grünen-Forderung erweiterte die Koalition den Antrag. Die bestehenden Fahrradboxen sollen „ertüchtigt“ werden, Hinweisschilder aufgebaut werden und bei zukünftigen Fahrradstellplätzen auch an Ladestationen für E-Bikes gedacht werden. Die Koalition schlägt deshalb vor, für 2021 Gelder in den Haushalt einzustellen.

Von diesem langfristigen Prozess hielt Mayer nichts. Die schnelle Installation sei „kostengünstig und effektiv“ und müsse noch umgesetzt werden, bevor der Sommer vorbei sei. „Ich will es sofort und nicht erst in zwei Jahren“, sagte Mayer mit Blick auf den Koalitions-Vorschlag und den zu erwartenden langen Weg durch die Gremien. Unterstützung bekam Mayer von der SPD-Abgeordneten Jacqueline Stolle. „Es ist sinnig, jetzt schnell zu handeln.“ Stefan Schneider (CDU) sprach davon, dass die Radfahrsaison jetzt ohnehin vorbei sei und wenn man das Thema anpacke, dann richtig. Hölzel forderte, dass sich weitere Experten – u.a. Touristiker – bei der Frage einbringen sollten. Ein Vermittlungsversuch zwischen den unterschiedlichen Positionen durch Bernhard Gassmann (Die Linke) scheiterte. Mit den Stimmen der Koalition wird das Thema jetzt im Ausschuss für Bauen und Umwelt behandelt.

Kulturkonzept

Die Stadtverordnetenversammlung hat auf Antrag der Grünen beschlossen, das derzeitige Kulturangebot in Eschwege zu analysieren und in einem Konzept niederzuschreiben. Anschließend, so Siegfried Fiegenbaum, solle überlegt werden, welche Ideen es zur Erweiterung gäbe. Manfred Bödicker (CDU) wünschte sich, dass die Alleinstellungsmerkmale herausgearbeitet würden. Insbesondere für Kinder, Jugendliche, Schulen, Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund müssten Angebote geschaffen werden. Alexander Feiertag (SPD) berichtete, dass die Eschweger Kulturszene auf Landesebene bereits Teil einer Vernetzungsstruktur sei.

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