Interview

In Extremo: "Wir sind keine politische Band"

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Alles andere als gewöhnlich. Die musikalischen Anfänge von Sänger Michael Rhein spielten sich auf Mittelaltermärkten ab. Mit seiner Band In Extremo bereiste der 53-Jährige schon unzählige Orte auf der ganzen Welt, um dort vor großem Publikum aufzutreten – besonders in Russland haben die Musiker viele Fans. 

Eschwege. Die Band „In Extremo“ ist der beste Beweis dafür, dass sich mittelalterliche Klänge und moderner Rocksound bestens miteinander kombinieren lassen.

Mit dem Ergebnis bespielen die sieben Mittelalterrocker Michael Robert Rhein („Das letzte Einhorn“), Sebastian Oliver Lange („Van Lange“), Kay Lutter („Die Lutter“), André Strugala („Dr. Pymonte“), Marco Ernst-Felix Zorzytzky („Flex der Biegsame“), Boris Pfeiffer („Yellow Pfeiffer“) und Florian Speckardt („Specki T.D.“) bereits seit über 20 Jahren die bedeutendsten Bühnen der Welt – sogar ein eigenes Festival auf der Freilichtbühne Loreley gönnten sich die Bandmitglieder zum großen Jubiläum in 2015. 

Zum Auftritt von In Extremo will die Security heute eine ganz besondere Show liefern.

Beim Open Flair sind die Vaganten heute auf der Seebühne mit Sicherheit nicht zu übersehen und zu überhören. Wir sprachen mit Micha, dem Sänger und Gründer der Band, über Erfolge, Ziele und natürlich über die Musik.

Euer aktuelles Album „Quid pro Quo“ landete direkt auf Platz eins der Charts und brachte Euch die Gold-Auszeichnung ein. In dem gleichnamigen Track geht es zusammengefasst darum, dass Geld die Welt regiert. Übt Ihr mit dem Song etwa Kritik an der Gesellschaft aus?

Micha: Wir sind keine politische Band und wollen demnach niemandem unsere persönliche Meinung aufdrücken. Leider tritt heutzutage das Geben immer häufiger in den Hintergrund und es dreht sich alles nur noch um das Nehmen. Fakt ist, dass vieles auf der Welt momentan einfach nicht richtig läuft. Der Song ist unser Statement an die Menschheit da draußen, welches wir jetzt einfach mal loswerden mussten. Einige Textzeilen sind dabei aber mit einer gewissen Portion Humor zu verstehen.

Anlässlich Eures 20-jährigen Bandbestehens habt Ihr in 2015 euer eigenes Festival auf der Freilichtbühne Loreley gefeiert. Wie war das für Euch?

Micha:Irre! Das Festival war an beiden Tagen komplett ausverkauft, das hätten wir im Vorfeld niemals geglaubt. Mit Menschen aus der ganzen Welt durften wir gemeinsam unser Jubiläum rocken. Für dieses Geschenk können wir einfach nur „Danke“ sagen – obwohl das eigentlich gar nicht ausreicht.

Hört sich nach einem unvergesslichen Erlebnis an?

Micha: Absolut. Für alle Bandmitglieder und das gesamte Team war das einer der schönsten Momente in unserer Bandgeschichte. Die Erinnerung daran kann uns keiner mehr nehmen. Wenn wir uns daran zurückerinnern, kommen ungeahnte Emotionen hoch. Der ein oder andere hat dabei schon mal Pippi in den Augen.

Erzähl uns doch mal die lustigste Story aus 20 Jahren Bandgeschichte.

Micha: Auf die Schnelle fällt mir da jetzt nichts Genaues ein. Aber wir sind ein bunter Haufen, mit dem man jederzeit Spaß haben kann. Auch wenn mal die Fetzen fliegen, raufen wir uns am Ende des Tages immer wieder zusammen.

Wenn Du Euer Publikum beschreiben müsstest, wie würdest Du es definieren?

Micha: Auf unseren Konzerten treffen die unterschiedlichsten Persönlichkeiten aufeinander und verstehen sich trotzdem wunderbar. Ganz nach dem Motto „Musik verbindet“. Punker, Menschen aus der Gothicszene und Familien mit Kindern, die im Alltag eher weniger miteinander zu tun haben, lernen sich hier kennen. So entstehen Freundschaften und sogar feste Beziehungen.

Was macht Ihr genau fünf Minuten vor und fünf Minuten nach einem Auftritt?

Micha:Jeder macht so sein eigenes Ding. Ich laufe zum Beispiel immer wie ein wild gewordener Tiger hinter der Bühne rum. Kurz bevor es losgeht, stellen wir uns in einen Kreis und legen Hand auf Hand. Nach dem Auftritt sitzen wir meistens in der Gruppe zusammen und stoßen auf den Gig an.

Was erwartet die Besucher bei Eurem Auftritt am Donnerstag auf der Seebühne alles?

Micha: Ein buntes Spektakulum aus mittelalterlichen Klängen und geballter Rockmusik. Dazu sieben gut aussehende Musiker (lacht) in lustigen Klamotten mit ungewöhnlichen Instrumenten. Eben sieben unterschiedliche Charakterköpfe, die den Festival-Besuchern eine Unterhaltung der anderen Art bieten wollen. Wir freuen uns auf’s Flair!

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